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Allach statt Milbertshofen: Radlwerkstatt findet neue Heimat

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Von: Benedikt Strobach

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Fritz Winbeck ist froh, dass für das Sozialprojekt R18 endlich neue Räume gefunden wurden.
Fritz Winbeck ist froh, dass für das Sozialprojekt R18 endlich neue Räume gefunden wurden. © PS

Der Fahrradwerkstatt R18 steht Anfang 2023 ein Umzug bevor. Vom Milbertshofener Wallensteinplatz geht es für das Integrationsprojekt nach 20 Jahren nach Allach.

Milbertshofen - Erleichterung am Wallensteinplatz 2: Die etwas andere Fahrradwerkstatt R18 ist gerettet, muss dazu aber in einen anderen Stadtteil umziehen, genauer gesagt nach Allach. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Einrichtung zu einer Institution im Viertel entwickelt. Dort werden nicht nur Fahrräder verkauft, repariert und verliehen, sondern auch die berufliche und soziale Integration von benachteiligten jungen Menschen unter 25 Jahren gefördert.

Seit Anfang des vergangenen Jahres bangte der Betrieb jedoch um seine Zukunft. „Wir müssen unsere Räume in Milbertshofen verlassen, weil der Eigentümer neue Wohnungen plant,“ erklärt Werkstattleiter Fritz Winbeck. Die Suche nach neuen Räumen verlief lange erfolglos.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Milbertshofener Radlwerkstatt R18 findet neue Heimat: Entscheidung des Stadtrats steht noch aus

Bis jetzt: Vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt der Finanzierung zu, zieht das derzeit 17-köpfige Team in den Diamaltpark nach Allach. „Wir haben nun endlich die Sicherheit, dass wir wo unterkommen, und sind heil­froh, dass wir die Arbeit mit den Azubis weiterführen können“, sagt Winbeck. Die neuen Räume im sogenannten Werkstattgebäude, einer denkmalgeschützten ehemaligen Werkshalle am Rand eines neuen Wohnquartiers, hat Winbeck unter anderem mit Hilfe des R18-Trägers, der Evangelischen Jugend München, gefunden. Umgezogen wird voraussichtlich Anfang 2023.

„Wir haben dann ungefähr eine vergleichbare Größe von 1000 Quadratmetern und müssen somit auf nichts verzichten,“ ergänzt Winbeck. Eine Herausforderung wird der Umzug jedoch auf jeden Fall. Alles müsse neu geplant und eingerichtet werden. Nicht zuletzt komme die Radl­werkstatt damit „raus aus dem Hinterhof und in einen modernen Laden“.

Teils gemischte Gefühle äußern die Mitarbeiter. Die meisten sind froh, dass sie weiterhin einen Job haben, auch wenn der Arbeitsweg für einige deutlich weiter wird (s. Kasten). Die Mietkosten im Diamaltpark sind laut Winbeck dreieinhalbmal so hoch und müssten vom Sozialreferat bezuschusst werden. Der Stadtrat soll sich damit im Herbst befassen.

Das sagt das Team

Nicolas Kieser (20), Giesing: „Auch wenn ich eine halbe Stunde länger fahren muss, freue ich mich darauf, beim Umzug anzupacken und in den neuen Räumen mit der Ausbildung starten zu können.“

Jakob Küppers (24) aus Neuhausen: „Obwohl der Umzug schwierig wird, freue ich mich auf die neuen Räume. Die Anreise ist für mich kein Problem. Ich radle gerne.“

Jan Lalleike (32), Maxvorstadt, technischer Leiter: „Ich werde danach einen dreimal so langen Arbeitsweg haben, aber meine Sorgen gelten eher dem Neustart mit den Kunden.“

Magdalena Pemler (37), Schwabing, Sozialpädagogin: „Ich freue mich sehr, dass wir endlich etwas gefunden haben und die Jugendlichen nicht im Regen stehen lassen.“

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