Wird Rasen zum Trendsport?

Erhöhtes Raser-Aufkommen im Stadtgebiet: Polizei führt künftig verstärkt Kontrollen auf der Ingolstädter Straße durch

Ob mit 96, 114 oder sogar 160 km/h: Gegen Raser wird die Polizei München künftig verstärkt vorgehen (Symbolbild).
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Ob mit 96, 114 oder sogar 160 km/h: Gegen Raser wird die Polizei München künftig verstärkt vorgehen (Symbolbild).

Die Anzahl hoher Geschwindigkeitsverstöße im Stadtgebiet nimmt im Vergleich zum Vorjahr zu. Die Münchner Polizei kündigt erste Kontrollverschärfungen an.

  • Die Anzahl der hohen Geschwindigkeitsverstöße im Stadtgebiet hat im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen
  • Die Polizei München erhöht nun die Geschwindigkeitskontrollen auf der Ingolstädter Straße
  • BA-Chef Fredy Hummel-Haslauer (SPD) begrüßt die Maßnahme der Polizei

Milbertshofen - Allein über das Pfingstwochenende hat es im Stadtgebiet vier illegale Autorennen gegeben, unter anderem am Frankfurter Ring und in der Schleißheimer Straße. Am Samstag, 13. Juni, ist es zudem zu einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen auf der Landshuter Allee gekommen.

Raserin auf Ingolstädter Straße gestoppt - Polizeiinspektion führt dort künftig verstärkt Messungen durch

Jüngst wurde zudem erneut eine Raserin auf der Ingolstädter Straße mit einer Geschwindigkeit von 114 Kilometern pro Stunde von der Münchner Polizei gestoppt. Das Resultat: Führerscheinentzug und Bußgeldstrafen für die Fahrer.

Das Wort „erneut“ hat in letzterem Fall nun Folgen: „Da im Bereich der Ingolstädter Straße vermehrt sehr hohe Geschwindigkeitsverstöße festgestellt wurden, wird die zuständige Polizeiinspektion verstärkt Messungen durchführen“, teilte die Polizei mit.

BA-Chef Fredy Hummel-Haslauer begrüßt Maßnahme

Eine Maßnahme, die BA-Chef Fredy Hummel-Haslauer  (SPD) sehr begrüßt: „Ich stehe voll hinter dem Vorgehen der Polizei. An der Ingolstädter Straße sind Wohngebiete, Menschen sind dort unterwegs. Da kann man nicht mit über 100 Kilometern pro Stunde durchrasen. Das ist keine Rennstrecke.“

Hat für die Maßnahmen der Polizei vollstes Verständnis: Milbertshofens BA-Chef Fredy Hummel-Haslauer (SPD).

Über 200 Fahrer in zwei Monaten beanstandet - Anstieg der Vergehen nicht wegen Neuregelung der Straßenverkehrsordnung

Polizei-Sprecher Oliver Barnert liefert Zahlen zur Entscheidung: „In den vergangenen zwei Monaten wurden an der Ingolstädter Straße bei Geschwindigkeitsmessungen über 200 Fahrer beanstandet.“

Diese Zahl sei zwar ähnlich hoch wie letztes Jahr, jedoch gibt es einen Anstieg im Bereich der Vergehen im Fahrverbotsbereich.

Heißt: Die Zahl der Raser, die so weit über den Geschwindigkeitsbegrenzungen gefahren sind, dass ihnen der Führerschein entzogen werden musste, ist gestiegen.

Damit die Ingolstädter Straße künftig wieder so frei von Rasern bleibt wie auf dem Foto, führt die Polizeiinspektion 47 (Milbertshofen) dort künftig verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durch.

Und das liegt nicht etwa an der Ende April eingeführten Neuregelung der Straßenverkehrsordnung, bei der dies innerorts bereits ab 21 Kilometern pro Stunde über dem Limit der Fall ist:

„Die Zahl der Vergehen im Fahrverbotsbereich ist auch für den Monat April im Vergleich zum Vorjahr schon um 66 Prozent gestiegen.“

Münchenweit hat sich Anzahl der Überschreitungen mit Fahrverbot verdoppelt - Corona-Pandemie als Auslöser?

Münchenweit habe sich die Anzahl der Geschwindigkeits-Überschreitungen mit verhängtem Fahrverbot im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt, so Barnert weiter. Waren es 2019 zwischen April und Mai rund 250 Verstöße, sind es heuer bereits über 500.

Besonders beliebt für Geschwindigkeitsvergehen oder verbotene Autorennen seien die Landsberger, Ingolstädter oder Effnerstraße.

Ob die Corona-Pandemie Auslöser der vielen Übertretungen ist, vermag Barnert nicht zu sagen. „Das Virus-bedingte geringere Verkehrsaufkommen ermöglicht es aber, schneller und ungestörter auf den Straßen zu fahren.“

Benedikt Strobach

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