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Nach monatelanger Raumsuche - Droht der Jugendhilfe jetzt das Aus?

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Von: Benedikt Strobach

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In der Radwerkstatt R18 am Wallensteinplatz 2 erhalten benachteiligte junge Menschen eine Ausbildung. Das Projekt steht aber aufgrund fehlender neuer Räume vor ungewisser Zukunft.
In der Radwerkstatt R18 am Wallensteinplatz 2 erhalten benachteiligte junge Menschen eine Ausbildung. Das Projekt steht aber aufgrund fehlender neuer Räume vor ungewisser Zukunft. © Benedikt Strobach

Schon seit sieben Monaten ist die Radwerkstatt R18 auf Raumsuche. Jetzt drängt die Zeit und für die Jugendhilfe muss dringend eine neue Perspektive muss her.

Milbertshofen - Noch werden am Wallensteinplatz fleißig Bremsen verbaut und Reifen gewechselt. Ende Juni ist damit aber endgültig Schluss. Die Rad-Werkstatt R18 muss dann ihre Räume in Milbertshofen verlassen. Dort sollen 45 Wohnungen entstehen.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Radwerkstatt R18: Einrichtung für Jugendhilfe braucht neue Räume

Ein Sprecher des Eigentümers, die Firma „Klaus Wohnbau“, betont auf Hallo-Nachfrage: „Gewerberaum ist nunmehr vor dem Hintergrund der Wohnraumnot in München nicht mehr vorgesehen.“ Alle bestehenden Mietverträge seien zudem einvernehmlich beidseitig aufgelöst worden. Im zweiten Halbjahr soll mit dem Abbruch der Bestandsgebäude begonnen werden.

Milbertshofen: Radwerkstatt R18 steht nach mehr als 35 Jahren Jugendhilfe vor dem Aus

Sieben Monate hat das Team um Leiter Fritz Winbeck mittlerweile gesucht. „Wir haben alle Bezirks­ausschüsse, den Stadtrat und die Verwaltung um Hilfe gebeten, auf Immobilienportalen gesucht – alles ohne Erfolg“, berichtet er. „Wenn es Angebote gab, waren diese leider preislich oder räumlich für eine Werkstatt ungeeignet.“

Seit 1985 fördert die Jugendhilfe-Einrichtung die berufliche und soziale Integration von benachteiligten jungen Menschen unter 25 Jahren, indem sie ihnen Ausbildungsplätze bietet. 800 bis 1000 Quadratmeter Fläche benötige man dafür im Erdgeschoss. Notfalls könnte man auch reduziert auf 500 Quadratmetern arbeiten.

Die Zeit drängt: Stadt unterstützt Milbertshofener Jugendhilfe R18 bei Raumsuche

Mittlerweile drängt die Zeit. „Wir müssen bis Ende März wissen, wo wir unterkommen. Sonst bleibt nicht genug Zeit, bis Juni den Umzug vorzubereiten“, warnt Winbeck. Die Folgen: „Zehn Plätze in unserer Jugendhilfe könnten verloren gehen“, sagt er. Auch müsse man zwei Bewerbenden absagen. „Für die Jugendlichen wäre es schwer, neue Stellen zu finden.“

Auch das Sozialreferat, das R18 fördert, arbeite derzeit mehrgleisig an einer Lösung für die Werkstatt, sagt Sprecherin Edith Petry auf Hallo-Anfrage. Man bemühe sich bei Kommunal- und Wirtschaftsreferat, Räume für die R18 zu finden. „Inwiefern eine Lösung tatsächlich umsetzbar ist, kann momentan noch nicht gesichert gesagt werden“, sagt sie.

Winbeck sucht indes selbst weiter nach Lösungen. „Für das Jugendamt wäre auch eine Zwischenlösung in Ordnung – wenn wir die Auszubildenden in Langzeitpraktika unterbringen und nur Schulungen selbst übernehmen“, sagt er. Dafür bräuchte es aber eine Perspektive auf neue Räume – bis zum 1. Januar 2023. Das wäre etwas mehr Zeit. Winbeck möchte nicht aufgeben: „Die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Aber die Zeit rennt uns davon.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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