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Neuer Leiter für das Kulturhaus Milbertshofen: Christian Hiesel-Schill im Gespräch über seine Pläne

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Von: Benedikt Strobach

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Christian Hiesel-Schill hat viele Pläne für das Kulturhaus am Curt-Mezger-Platz 1. Innen sollen etwa mehr Pflanzen aufgestellt werden. Auch will er das Café einladender gestalten.
Christian Hiesel-Schill hat viele Pläne für das Kulturhaus am Curt-Mezger-Platz 1. Innen sollen etwa mehr Pflanzen aufgestellt werden. Auch will er das Café einladender gestalten. © Benedikt Strobach

Christian Hiesel-Schill ist der neue Leiter des Kulturhauses Milbertshofen. Im Interview verrät er eine ambitionierten Pläne für das Haus.

Milbertshofen Konzerte, Lesungen, Brettspielabende und einmal im Monat den örtlichen Bezirksausschuss zu Gast: Das Milbertshofener Kulturhaus ist eine zentrale Anlaufstelle im Viertel. Und es hat mit Christian Hiesel-Schill einen neuen Leiter. Der 59-Jährige war zuletzt Chef der Musikschule Gauting-Stockdorf – und nach 19 Jahren dort auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Mit Hallo hat er über seine Pläne für das Haus und anfängliche Schwierigkeiten gesprochen.

Herr Hiesel-Schill, wie waren die ersten Wochen als Leiter des Kulturhauses?

Vor allem interessant. Ich komme von einer Musikschule. Ein Kulturhaus ist schon eine andere Instanz. Erschwerend hinzu kam, dass meine Vorgängerin und viele erfahrene Mitarbeiter in den Pandemie-Jahren weggegangen sind und ich von ihnen nicht eingearbeitet werden konnte. Aber mithilfe des Vorstand gewöhne ich mich daran.

Die Musikschule haben sie nach 19 Jahren für das Kulturhaus verlassen. Was war der Grund für Ihren Wechsel?

Die neue Herausforderung. Ich hatte das Gefühl, dass ich bei der Schule an meine Grenzen zur Weiterentwicklung gestoßen bin. Außerdem interessiert es mich, den Stadtteil bei seiner Entwicklung zu begleiten. Milbertshofen-Am Hart hat viele verschiedene Ethnien, hier treffen alteingesessene Münchner auf neue Anwohner aus aller Welt. Es gibt etwa die Siedlungen Am Hart und Harthof oder das Olympiadorf. Ich möchte die Menschen und ihre Bedürfnisse kennenlernen.

Wie wollen Sie das Kulturhaus denn gestalten?

Es soll bürgernah sein. Damit meine ich, dass die Menschen mit ihren Ideen hierher kommen und diese umsetzen sollen. So können wir die Bürger da abholen, wo sie sind. Dafür möchte ich in den kommenden Wochen versuchen, in Gesprächen herauszufinden, was für Arten von Kultur den Anwohnern wichtig ist. Ich will die Menschen auch dazu ermutigen, ihre eigenen Ideen einzubringen.

Haben Sie konkrete Pläne für Veranstaltungen?

Zwei Ideen, die mir schon gekommen sind, sind ein sogenannter Sing-along-Chor, in dem Teilnehmer ohne Notenkenntnisse einfach mitsingen können, oder Kindertheater für Schulklassen. Außerdem wäre eine regelmäßige Lesebühne denkbar. Ich überlege auch, das Kino zu reaktivieren. Eine Musical AG möchte zudem ein eigenes Musical produzieren.

Dir erste große Veranstaltung, das „Restart Festival“ am Samstag, 12. November, steht schon vor der Tür.

Wir haben dafür ein eigenes Programm geplant. Unter anderem wird es am Tag musikalische Begleitung durch die Chöre und Orchester geben, die hier ihre Proberäume haben. Wir bieten außerdem Hausführungen an, um das Kulturhaus neu kennenzulernen.

Ist das Haus denn unbekannt?

Natürlich kennen viele Menschen das Kulturhaus. Einigen ist aber nicht bewusst, dass es hier ein solches Angebot gibt. Ich habe schon von Leuten gehört, die über das Haus als „Amtsgebäude“ oder „Bunker“ gesprochen haben. Dieses Denken zu ändern, wird eines der wichtigsten Projekte. 

Wie wichtig ist der Kultur-­Neustart aus Ihrer Sicht?

Man merkt den Menschen an, dass sie große Lust auf Kunst und Konzerte haben. Jedoch hängt immer noch eine Corona-­Ungewissheit über allem, die bremsend wirkt. Das Ziel muss sein, die Leute weg von Netflix und wieder in die Säle zu bringen.

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