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Kein Platz mehr für Integration? ‒ Münchens ältester Cricket Club muss Sportanlage im Hasenbergl verlassen

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Die 150 Mitglieder bangen um ihre Sportfläche. Hier sieht man einige der Spieler noch unbeschwert.
Die 150 Mitglieder bangen um ihre Sportfläche. Hier sieht man einige der Spieler noch unbeschwert. © privat

Münchens ältester Cricket Club muss Ende des Jahres seine Sportanlage an der Weitlstraße verlassen - Die Suche nach einer neuen Fläche gestaltet sich schwierig.

Hasenbergl - Es war ein großer Schock: Der Pak Orient Cricket Club muss im Dezember seine Sportanlage an der Weitlstraße 125 verlassen. Grund dafür sind bevorstehende Baumaßnahmen an der Eduard-Spranger-Mittelschule. Die Schulsportanlage wird dann bis voraussichtlich 2028 als Baustelleneinrichtungsfläche genutzt.

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Cricket Club leistet mit Programm „Integration durch Sport“ einzigartige Arbeit in München

„Das kam alles so plötzlich, eigentlich wollten wir demnächst Container für Umkleiden aufstellen, aber das hat nun das Baureferat abgelehnt,“ sagt Vereinschef Abdul Razzaq Keim. Seit der Gründung 1984 setzt sich der Club für Integration und Soziales ein. „Ich habe den Sport in Deutschland vorgestellt und verbinde mit meinem Verein verschiedenste internationale Kulturen,“ ergänzt Keim. Mit dem Programm „Integration durch Sport“ sei der Pak Orient Club Münchens einziger Cricket Verein, der in erster Linie Geflüchtete aller Länder aufnehme und ihnen diesen Sport näher bringe, sagt der Vorsitzende.

Abdul Razzaq Vereinschef des Pak Orient Cricket Clubs.
Abdul Razzaq Vereinschef des Pak Orient Cricket Clubs. © Patricia Stücher

Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Anlage bekommt der Verein von der SPD, dem Referat für Bildung und Sport (RBS), dem Bezirks­auschuss Feldmoching-Hasenbergl und von Bürgermeisterin Verena Dietl. Sie alle sind sich einig, dass sie den nachbarschaftlich-integrativen Verein unterstützen und nach einem geeigneten Ausweichquartier im gesamten Stadtgebiet suchen wollen.

Pak Orient Cricket Club muss umziehen: Suche nach neuer Sportanlage gestaltet sich schwierig

„Es wurden schon mögliche Ausweichflächen begutachtet, jedoch waren diese für die speziellen Anforderungen ungeeignet,“ sagt Thomas Groß vom RBS. „Trotzdem werden wir uns bemühen, gemeinsam mit dem Verein eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung zu finden,“ ergänzt Groß. „Es wird sehr schwierig, etwas mit genügend Platz und einer Wurfbahn zu finden,“ erklärt Keim. Er hat bei der jetzigen Fläche vier Jahre daran gearbeitet, eine gute Wurfbahn zu bekommen. „Ich finde es traurig, wenn jetzt alles umsonst gewesen wäre, da ich mich ja auch für die Kinder der Schule engagiere und regelmäßige Schnuppertage anbiete.“

Insgesamt hat der Verein 150 Mitglieder und mehr als 17 offizielle Meisterschaften gewonnen. Laut Bayerischem Landessportverband (BLSV) gibt es in München 29 Vereine, die Cricket anbieten.

Darum geht‘s beim Cricket

Cricket ist ein Schlagballspiel, ähnlich wie Baseball. Auf dem Spielfeld befinden sich elf Spieler der Feldmannschaft und zwei der Schlagmannschaft. In der Mitte des Spielfeldes ist ein Streifen – „Pitch“ – von rund 20 Metern Länge aufgebracht, an dessen Enden sich je eine Holzkonstruktion – das „Wicket“ – befindet. Ziel der Feldmannschaft ist es, mit Hilfe ihres „Bowlers“ mit dem Ball das Wicket des Gegners zu zerstören. Um dies zu verhindern, steht vor jedem Wicket ein „Batter“ der Schlagmannschaft und wehrt den Ball mit einem Schläger ab. Zerstört der Ball das Wicket, ist der Batter ausgeschieden. Gleiches gilt, wenn er den Ball trifft und die Feldmannschaft ihn direkt aus der Luft fängt. Gelingt dem Batter ein Schlag, so läuft er zur anderen Seite des Pitches und tauscht mit seinem Partner die Plätze. Für jeden gelungenen Seitenwechsel bekommt die Schlagmannschaft einen Punkt („Run“). Nähere Infos: www.cricket.de.

Patricia Stücher

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