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Unterföhrings SPD und FDP wollen mehr Energie sparen – wichtige Rolle für Photovoltaik-Anlagen

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Von: Benedikt Strobach

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Die Gemeinderäte Veit Wiswesser (li.) und Philipp Schwarz regen Energiespar-Maßnahmen an für Unterföhring.
Die Gemeinderäte Veit Wiswesser (li.) und Philipp Schwarz regen Energiespar-Maßnahmen an für Unterföhring. © Benedikt Strobach

Die Gemeinde Unterföhring ist auch von der Energiekrise getroffen. Nun regen Gemeinderäte ein Umdenken an und stellen die Förderung von Photovoltaik-Anlagen in den Fokus.

Unterföhring Die Energiekrise ist in Unterföhring angekommen, die Gemeinde muss sparen: Die Brunnen wurden bereits abgestellt, Gebäude, wie Pfarrvilla oder das Marktdach, werden nicht mehr beleuchtet. Auch Weihnachtssterne wird es heuer nicht geben, lediglich drei Christbäume sollen aufgestellt werden, kündigt die Verwaltung an. Auch die eigentlich in den Weihnachtsferien geplante Eislaufbahn auf dem Vorplatz des Bürgerhauses ist geplatzt.

Diese Schritte reichen den Gemeinderäten Philipp Schwarz (SPD) und Veit Wiswesser (FDP) aber noch nicht aus. Mit einer Reihe von Anträgen fordern sie, Unterföhring unabhängiger von externer Stromversorgung zu machen.

Sie legen den Fokus stark auf den Ausbau von Photovoltaik (PV). Unter anderem sollen gemeindliche (Dach-)Flächen mit Anlagen bestückt werden. Außerdem sollen private Dächer erschlossen, notfalls dafür gepachtet, und Bürger bei der Anschaffung von Mini-PV-Anlagen finanziell unterstützt werden. Auch landwirtschaftliche Flächen könnten genutzt werden.

Energiespar-Maßnahmen für Unterföhring: Mehr Photovoltaik-Anlagen sollen betrieben werden

„Laut Marktstammdatenregister sind in Unterföhring nur 130 PV-Anlagen aktiv. Das ist nur ein Bruchteil der verfügbaren Dächer“, sagt Wiswesser. Das Solarpotenzialkataster des Landkreises weise deutlich mehr geeignete Flächen aus. „Etwa in der Siedlerstraße gibt es von 22 geeigneten Gebäuden nur vier mit Anlage.“

Für den FDPler spielen auch Mini-­PV-Paneele eine wichtige Rolle: „Dadurch könnten Bürger 25 Prozent ihres jährlichen Strombedarfs selbst erzeugen.“ Diese könnten durch die Gemeinde bezuschusst werden, ergänzt Schwarz.

Anwohnern, die sich Installation und Betrieb auf ihren Dächern nicht leisten können, soll Geovol, die Wärmeversorgerfirma der Gemeinde, unter die Arme greifen und die Flächen pachten. „So würden die Bürger bezahlt und müssten sich nicht um die Paneele kümmern“, sagt Schwarz. Generell solle Geovol hauptverantwortlich für den Ausbau der Sonnenenergie sein. Gemeinsam mit der Verwaltung und der „Energieagentur Ebersberg - München“ müsse ein Konzept erarbeitet werden.

Energiespar-Maßnahmen für Unterföhring: Gemeinde auf Heizkraftwerk angewiesen

„Wir sind derzeit noch auf Strom vom SWM-Heizkraftwerk Nord angewiesen. Wenn dieses ab 2028 aber nicht mehr systemrelevant sein soll, muss bis dahin Abhilfe geschaffen werden“, sagt Wiswesser. „Wir wollen den Bürgern Anreize bieten, in eine autarke Stromversorgung zu investieren“, ergänzt Schwarz.

Doch kann die Geovol diese Umstellung neben des Betriebs des Fernwärmenetzes zusätzlich übernehmen? Geschäftsführer Peter Lohr ist auf Hallo-Anfrage skeptisch. Zwar decke die Satzung die Betätigung mit allen erneuerbaren Energien ab. „Tatsächlich ist die Geovol jedoch seit der Gründung intensiv mit der Wärmeversorgung sowie Kälteversorgung und auch mit der Errichtung eines flächendeckenden Glasfasernetzes beschäftigt.“

Eine Ausweitung auf PV sei schon lange Thema, jedoch sei die Nachfrage bei Geothermie-Wärme so stark gestiegen, dass die Firma keine Kapazitäten für etwas anderes habe. „Insofern wäre die Aufgabe vom Grunde her umsetzbar, aktuell jedoch nur mit zusätzlichen Kräften – die wiederum derzeit sehr schwierig zu bekommen sind“, erklärt Lohr.

Was bei einem großflächigen Stromausfall passiert, war Thema der diesjährigen Bürgerversammlung Unterföhring. Was die Bürger sonst beschäftigte

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