BA-Chef gegen Böller-Verbot

Initiative wirbt für stilles Silvester, Moosacher ist verärgert – Entscheidung der Stadt steht noch aus

Deutschlandweit sollen heuer zu Silvester Feuerwerks-Verbote auf belebten Plätzen gelten. Wie und wo diese für München umgesetzt werden, ist noch unklar.
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Deutschlandweit sollen heuer zu Silvester Feuerwerks-Verbote auf belebten Plätzen gelten. Wie und wo diese für München umgesetzt werden, ist noch unklar.

Im Moosacher BA wird über den Sinn des Feuerwerksverbots diskutiert. Wolfgang Kuhn (SPD) zeigt Unverständnis - Initiative setzt dagegen. Entscheidung steht aus.

Eigentlich ist Wolfgang Kuhn nicht leicht aus der Ruhe zu bringen. Doch jetzt geht der Vorsitzende des BA Moosach regelrecht an die Decke. Der Grund für seinen Ärger: Die Initiative „Silvesterböllerei? Nein danke“ hat in der BA-Geschäftsstelle einen Rundbrief ausgeteilt, dass sie auch heuer für einen freiwilligen Verzicht auf Silvester-Feuerwerk werben.

Wolfgang Kuhn (SPD)

„Das finde ich persönlich absolut unverständlich“, erklärt der Moosacher verärgert. „Die Leute ertragen seit März die schwierige Corona-Pandemie. Und an dem einen Tag, wo man für zehn Minuten die Gelegenheit hätte, all den Frust und die Emotionen friedlich durch das Zünden von zwei oder drei Raketen rauszulassen und das Jahr 2020 vergessen zu können, soll man stattdessen daheim bleiben und alles stillschweigend hinnehmen? Diese Einstellung ärgert mich maßlos.“

Grundsätzlich verstehe und befürworte er die Bemühungen der Initiative, aber „heuer muss eine Ausnahme unter Einhaltung der Corona-Regeln machbar sein“, betont Kuhn. Für ihn steht fest: „Selbst wenn es verboten wird, werde ich böllern.“

Feuerwerksverbot an Silvester: BA-Chef zeigt Unverstädnis - Initiative setzt dagegen

Damit sorgt er bei der Initiative, die seit 2017 für ein Verbot kämpft, für Unverständnis. Auf Hallo-Anfrage erklärt Mitbegründer Jürgen Schmoll: „Die Silvesterböllerei ist eine Gewohnheit, die sich überlebt hat.“ Man müsse sich fragen: „Brauchen wir in Zeiten von Covid-19, wo weltweit Hunderttausende an Lungenversagen sterben, wirklich eine zusätzliche Quelle für Feinstaub?“

Eine Erlaubnis ergebe keinen Sinn und ende sicher mit einer Vielzahl von Neuinfektionen, so Schmoll. Ein gänzliches Verbot hält er heuer für nicht durchsetzbar, er hofft aber, dass „die möglichen Teilverbote so intensiv sind, dass sich Feuerwerke nicht mehr lohnen“.

Eine Entscheidung der Stadt gebe es noch nicht, erklärt Johannes Mayer, Sprecher des KVR, auf Hallo-Nachfrage: „Zunächst kommt es darauf an, wie der Freistaat die bei der Ministerpräsidentenkonferenz gefassten Beschlüsse für Bayern umsetzen wird.“ Erst dann könne die Stadt Maßnahmen ergreifen. Fest steht bereits: „Böller innerhalb des Mittleren Rings und Feuerwerkskörper in der Innenstadt werden verboten sein.“ Mayer ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass das Feiern im öffentlichen Raum stark eingeschränkt sein dürfte.“

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