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BA Milbertshofen fordert auf SPD-Initiative Azubi-Werkswohnungen bei BMW – CSU und Firma skeptisch

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Von: Benedikt Strobach

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Das BMW-Stammwerk am Olympiapark wird in den kommenden Jahren transformiert. Die SPD im Milbertshofener BA wünscht sich im Zuge dieser Arbeiten auch Werkswohnungen auf dem Gelände.
Das BMW-Stammwerk am Olympiapark wird in den kommenden Jahren transformiert. Die SPD im Milbertshofener BA wünscht sich im Zuge dieser Arbeiten auch Werkswohnungen auf dem Gelände. © Benedikt Storbach

Der Milbertshofener BA will am neuen BMW-Stammwerk auch Wohnungen für Azubis im Betrieb. Doch die CSU und der Konzern selbst sehen den Vorschlag kritisch.

Olympiapark Es ist eines der Großprojekte im 11. Stadtbezirk: BMW transformiert sein Stammwerk an der Lerchenauer Straße. Künftig sollen hier nur noch Elektroautos vom Fließband rollen. Das Projekt wird im BA Milbertshofen-Am Hart begrüßt, die Lokalpolitiker haben jedoch noch eine Idee: Sie fordern nun auf Initiative der SPD-Fraktion mehrheitlich, Werkswohnungen oder ein Azubi-Wohnheim in den Plänen zu berücksichtigen.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

„Wohnen in München ist gerade für Auszubildende und Werksarbeiter finanziell kaum zu stemmen“, schreiben die Antragstellerinnen Era Vorfa und Brigitte Voit. Das Wohnungsangebot für geringe Einkommen sei in der Stadt „äußerst reduziert und bei der Suche sehr zeitaufwändig“. Den Umbau des Stammwerks begrüße man.

Era Vorfa
Era Vorfa © Benedikt Strobach

Wohnungen am neuen BMW-Werk?: BMW sieht Vorschlag skeptisch

Die Firma sei aber für das eigene Personal verantwortlich – vor allem auch dafür, Auszubildenden bezahlbaren Wohnraum im Stadtteil zu ermöglichen. BMW sollte als Arbeitgeber der Wertschätzung und Verantwortung gegenüber seinen „schwächsten“ Angestellten gerecht werden. Auch solle die Firma berücksichtigen, dass die Stadtgesellschaft nicht alle benötigte Infrastruktur bereitstellen kann, heißt es weiter in dem Antrag.

Vorfa hatte das Thema bereits im Oktober angesprochen, als BMW die Pläne zum Umbau des Stammwerks im BA vorgestellt hatte. Bereits damals waren die Vertreter des Autobauers skeptisch gegenüber der Umsetzung dieser Idee gewesen. Auf Hallo-Anfrage stellte ein Sprecher bereits damals klar: „Es wird keine Wohnbebauung auf dem Werksgelände geben.“

Kritik gab es auch von der CSU in der jüngsten BA-Sitzung: „BMW hat schon zweimal ‚Nein’ zu diesem Thema gesagt“, erklärte Fraktionssprecher Thomas Schwed. „Das Stammwerk ist eine Gewerbefläche, dort sind keine Wohnungen möglich“, ergänzte Claus Wunderlich (FDP). Tina Pickert (CSU) betonte, dass BMW seine Mitarbeiter sehr gut behandele.

Wohungen am neuen BMW-Werk?: Das sagt der BA

Außerdem müsse eine solche Forderung gerecht an alle Firmen in München gerichtet werden, was gerade bei kleineren Unternehmen schwer werden könnte. Den Einwänden entgegnete Jutta Koller (Grüne), dass es darum gehe, bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen. Auch andere Berufe könnten davon profitieren. „Etwa die Krankenschwester, die die Mitarbeiter versorgt, oder der Bäcker, der für Verpflegung sorgt“, sagte sie.

Susanne Schneider-Geyer (SPD) ergänzte, dass auch andere Firmen, etwa die SWM, Werkswohnungen in direkter Arbeitsnähe anbieten würden. Diesen Vorteil hielt ein Großteil des BA auch bei BMW für möglich. Am Ende stimmten SPD, Grüne und FW/ÖDP mehrheitlich für den Antrag.

Doch BMW bleibt bei der Aussage von Oktober, wie ein Sprecher auf Hallo-Anfrage betont. Grund dafür seien auch die vielen Neubauprojekte der Stadt, etwa im Bereich der ehemaligen Bayernkaserne, der Eggartensiedlung und dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal. Zudem verfüge BMW in München über 715 Apartmentzimmer in drei Gebäuden in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums, des eigenen Forschungs- und Innovationszentrums sowie am Feldmochinger Bahnhof. „Diese können von allen BMW Group Mitarbeitenden genutzt werden, auch Auszubildenden“, erklärt der Sprecher.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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