Was passiert mit unseren Häusern?

Bauvorhaben am Oberhofer Platz verunsichert Anwohner - Kommt es zum Abriss oder müssen Mieter raus?

Was am Oberhofer Platz 8-10 passieren soll, ist bisher nicht bekannt.
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Was am Oberhofer Platz 8-10 passieren soll, ist bisher nicht bekannt.

Ein Vorbescheid zu einem Bauvorhaben am Oberhofer Platz beunruhigt die Anwohner – Der BA Milbertshofen-Am Hart will helfen. Bauherr äußert sich dazu in Hallo...

Im Januar kam das erste Mal ein Vorbescheid zu einem Bauvorhaben am Oberhofer Platz 8-10 auf die Tagesordnung des BA Milbertshofen-Am Hart. Damals wurde vertagt – aufgrund noch offener Fragen.

Zehn Monate später ist die Situation unverändert: „Wir haben den Bauherrn mehrfach gebeten, Fragen zu beantworten, haben ihn eingeladen – ohne Antworten zu erhalten“, erklärt Susanne Schneider-Geyer, SPD-Fraktionssprecherin. Jeden Monat vertagte der BA, das Ergebnis blieb gleich.

Im September lehnte das Gremium den Vorbescheid zum „Neubau von Geschosswohnungsbauten mit Tiefgarage und Nachverdichtung des Baugrundstücks, Abbruch der Bestandsgebäude“ einstimmig ab. Die Lokalbaukommission erklärte dem Gremium dann aber, dass dieser bereits genehmigt wurde.

Anwohner am Oberhofer Platz sind wegen Bauvorhaben verunsichert

Grund dafür war, dass sich das Vorhaben in die Umgebung einfügt und keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften dagegen sprechen, erklärt Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats.

Auch die Anwohner sind auf das Vorhaben aufmerksam geworden. Rainer Strobl etwa weiß nicht, was mit dem Wohnblock, in dem er seit 1981 lebt, passieren soll: „Es war die Rede von Geschossneubauten auf den Gebäuden, manche sprechen von einem Abriss und Neubau.“

Was er fordert, sind Antworten: „Ich möchte wissen, was der Bauherr hier vorhat, inwiefern die Mieter betroffen sind. Was passiert mit den Mietern, falls die Gebäude abgerissen werden?“

Rainer Strobl fordert Antworten vom Bauherrn.

Doch diese Fragen blieben bisher unbeantwortet. „Der Bauherr zeigt sich nicht gesprächsbereit“, so der 62-Jährige. Daher habe er sich an den Mieterverein München gewendet.

Bauherr ist die Firma „Guter Wohnungsbau“.

Auf Hallo-Anfrage teilt eine Sprecherin mit, dass im Juli ein Schreiben an die Mieter geschickt worden sei. Darin wird erklärt, dass Ende 2021 die Sozialbindung, eine Bindung der Mietpreise, der Wohnanlage entfalle. Daher prüfe man deren Sanierungsbedarf.

Diese Prüfung beinhalte auch eine Anfrage bei der Stadt, um zusätzliches Baurecht verbindlich zu klären. „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, weder in Bezug auf einen Abriss noch auf den Ausspruch von Kündigungen“, so der Bauherr. Man werde die Mieter informieren, sobald sich eine Entscheidung abzeichnet.

Es wird aber betont: „Wenn Sie über das Jahr 2022 hinaus in einer Wohnung mit Sozialbindung wohnen möchten, sollten Sie sich zeitnah bei der Stadt um eine neue bewerben.“

Dieses Vorgehen sei rechtlich nicht falsch, erklärt Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins: „Der Bauherr muss die Mieter erst informieren, wenn konkrete Pläne vorliegen.“ Erst dann könne der Mieterverein aktiv werden.

Noch ist aber Zeit: „Der Vorbescheid ersetzt keine Baugenehmigung“, erklärt Planungsreferatssprecher Vogel. Dazu müsse ein Bauantrag gestellt werden.

Auf diesen werde man im BA genau schauen, kündigt Schneider-Geyer an: „Die Mieter verdienen Antworten. Wenn der Bauherr weiter unkommunikativ ist, braucht er nicht mit Zuspruch rechnen.“

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