„Seit der Corona-Pandemie ist die Zahl der feiernden Menschen am See stark gestiegen“

Kommt ein Alkoholverbot im Norden? Anwohnerin will Trinken am Lerchenauer See verbieten

Maria Kloss sammelt immer wieder Überreste der Feiern im Bereich des Lerchenauer Sees auf.
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Maria Kloss sammelt immer wieder Überreste der Feiern im Bereich des Lerchenauer Sees auf.

Müll, Zerstörung und betrunkene Menschen am Lerchenauer See - während Corona sei es schlimmer geworden. Was BA und KVR zu einem Alkoholverbot im ganzen Münchner Norden sagen.

  • Vermüllte Grünstreifen, zerstörte Parkbänke und gröhlende, betrunkene Menschen am Lerchenauer See.
  • In der Corona-Zeit habe sich die Situation deutlich verschlimmert.
  • Nun hat eine Anwohner­in genug und fordert ein Alkoholverbot in öffentlichen Bereichen im ganzen Münchner Norden.

Zerstörte Parkbänke, vermüllte Wiesen, zerbrochene Glasflaschen und nächtliches Gegröhle ist Maria Kloss mittlerweile gewohnt. Kloss wohnt am Lerchenauer See, einer beliebten Naherholungsfläche im Münchner Norden. Doch seit einiger Zeit wird es immer schlimmer. Aufgrund dieser Entwicklung fordert sie nun ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen im Münchner Norden.

„Seit der Corona-Pandemie ist die Zahl der feiernden Menschen am See stark gestiegen“, berichtet sie. Und damit auch Lärmpegel, Vermüllung und Vandalismus. „Wir haben es hier fast täglich mit lauter Musik, achtlos weggeworfenem Müll sowie gröhlenden und pöbelnden Menschen zu tun“, klagt die Anwohnerin.

Beim Aufräumen stößt Maria Kloss auch in Gebüschen auf Müll, Flaschen und sogar angezündetes Holz.

Der gemeinsame Nenner: „All das passiert, da sich die Feiernden durch einen übertriebenen Alkoholkonsum in einen nicht mehr zurechnungsfähigen Zustand versetzen. Ein Alkoholverbot könnte dafür sorgen, dass weniger Müll achtlos weggeworfen und auch der Vandalismus deutlich abnehmen würde. Die Kosten für Abfallbeseitigung und Reparatur von Schäden würden auch sinken.“

Alkoholverbot im Norden von München - Anwohnerin sieht Situation am Lerchenauer See durch Corona verschlimmert

Mit ihrem Anliegen wendete sich die Therapeutin an die Bezirks­ausschüsse Feldmoching und Moosach, in beiden wurde der Antrag jedoch abgelehnt: „Ein Alkoholverbot auszusprechen ist rechtlich nur zulässig, wenn ein hohes Maß an Straftaten vorliegt, Ordnungswidrigkeiten sind nicht ausreichend“, erklärt Rainer Großmann (CSU), Vorsitzender des BA Feldmoching.

Der BA beschloss aber, dass sich der Unterausschuss Schule, Sport, Soziales mit der Beschwerde in einer seiner nächsten Sitzungen befassen soll. Dort wurde zuletzt ein ähnliches Problem am Goldschmiedplatz gemeinsam mit der Diakonie Hasenbergl und dem Allparteilichen Konfliktmanagement in München (AKIM) behandelt.

Dabei kam heraus, dass zusätzliche Personen mit AKIM zusammenarbeiten müssten, um das Problem zu lösen, so Großmann. Der BA Moosach schloss sich der Idee an, das Problem an AKIM weiterzugeben.

Grundsätzlich sei ein Alkoholverbot auf bestimmten öffentlichen Flächen möglich, „wenn tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, dass dort aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums regelmäßig erhebliche Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten begangen werden“, erklärt KVR-Sprecher Johannes Mayer auf Hallo-Nachfrage.

Am Lerchenauer See sei dies derzeit nicht der Fall. Das Baureferat ergänzt: „Gegenwärtig kann kein überhöhtes Müllaufkommen festgestellt werden.“ Im winterlichen Lockdown ist das aber auch kaum überraschend.

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