Gesucht: Unterstützung und Beistand für Moosachs Unterstützer

„Zusammen ist man weniger allein“

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Gekommen, um zu bleiben: Helferin Danica Bujan (rechts) mit Johann und Dietgart Schwepfinger.

Moosach – Die Nachbarschaftshilfe „Nachbarn in Moosach“ steht den Anwohnern des Viertels seit 50 Jahren bei – jetzt braucht die Vereinigung selbst Unterstützung

Die ehrenamtliche Helferin Danica Bujan (60) hält Dietgard Schwepfinger (75) das Wasserglas hin: „Trinken Sie noch etwas“, sagt sie. Langsam, mit vorsichtigen Bewegungen nimmt ihr Dietgard Schwepfinger das Glas ab, setzt es an die Lippen. „Gut“, sagt die 75-Jährige und lächelt vorsichtig in eine Ecke des Zimmers. Seit zwei Jahren leidet Dietgard Schwepfinger unter Demenz. Ihr Mann Johann Schwepfinger (73) kümmert sich aufopferungsvoll um seine erkrankte Frau. Weil er durch einige Ehren­ämter aber sehr eingespannt ist, suchte er sich Unterstützung bei der Moosacher Nachbarschaftshilfe – und fand Danica Bujan.

Christina Bartel ist eine der Leiterinnen  der Moosacher Nachbarschaftshilfe.

Schon 1965 gründete die Heiliggeist-Kirchengemeinde den Verein für Soziale Aufgaben, in der heutigen Form existiert die Nachbarschaftshilfe seit 2010. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, ehrenamtliche Helfer zu vermitteln, die das Miteinander im Viertel fördern“, sagt eine der Leiter, Christina Bartel.

Konkret heißt das: Helfer verbringen ohne Druck und nach eigenem Können Zeit mit ihren „Paten“. Danica Bujan etwa kommt zweimal die Woche zu den Schwepfingers und liest zusammen mit Dietgart Schwepfinger, backt Plätzchen oder geht spazieren, um ihr Gedächtnis anzuregen. Andere Helfer werkeln im Garten oder bringen ihr Können als Handwerker mit ein. „Man merkt richtig, wie Frau Schwepfinger aufblüht“, sagt Bujan. Die 60-Jährige pflegte bereits ihren Mann, ist Schulweghelferin und engagiert sich auch sonst gerne sozial. „Zusammen ist man eben weniger allein.“

Das Nachbarschaftshelferteam in Moosach umfasst aktuell 45 Ehrenamtliche – doch in einem kulturell so breit aufgestellten Viertel wie Moosach ist das viel zu wenig. „Wir bräuchten unbedingt noch mehr Handwerker und generell Helfer, die erkennen, wie viel einem dieses Ehrenamt zurückgibt“, sagt Bartel. Für Dietgart und Johann Schwepfinger ist Danica Bujan mittlerweile zur Freundin geworden. Kürzlich besuchten die beiden Damen ein Theater – auf Kosten Johann Schwepfingers. Denn trotz dieser schweren Krankheit ein lebenswertes Leben zu führen, steht schließlich an erster Stelle.

Julia Langhof

Weitere Informationen zur Nachbarschaftshilfe unter: www.diakonie-moosach.de/nachbarschaftshilfe.html

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