Zentrale bleibt in Maillingerstraße

Moosach: LKA bezieht neue Zentrale zur Terror-Abwehr am Georg-Brauchle-Ring

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Das LKA hat seine künftigen Räume am neuen Standort Georg-Brauchle-Ring für zehn Jahre angemietet.

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) bekommt einen neuen Standort am Georg-Brauchle-Ring. Anfang 2020 soll die Staatsschutzabteilung mit 150 Mitarbeitern einziehen.

Moosach – Terrorabwehr, DNA-Analysen, der Kampf gegen Cyberkriminalität und die Entwicklung neuer EDV-Verfahren für die Bayerische Polizei: Das Aufgabenspektrum des Landeskriminalamts (LKA) in München wächst stetig. Und damit auch die Mitarbeiterzahl. 

„Als ich 2004 hier angefangen habe, waren es 1500, jetzt sind es über 1800 Beamte und Angestellte“, sagt Polizeivizepräsidentin Petra Sandles (59). Vor allem in der Zentrale an der Maillingerstraße 15 ist es inzwischen so eng geworden, dass Anfang 2020 die Staatsschutzabteilung mit rund 150 Mitarbeitern in ein modernisiertes Bürogebäude am Georg-Brauchle-Ring umziehen wird.

Fünfter LKA-Standort in München

Der sogenannte Olympia Business Center (OBC) wird der fünfte große Standort des LKA in München sein und die Dezernate 41 (Informationsmanagement/Strategische Auswertung) und 42 (Operatives Terror-Abwehrzentrum Bayern) beherbergen. Dort werden dann unter anderem Gefährdungsbewertungen vorgenommen, beispielsweise, wenn ein Politiker bedroht wird. 

Gerne hätte Petra Sandles alle LKA-Mitarbeiter am Hauptstandort vereint. Doch an der Maillingerstraße fehlt der Platz dafür.

Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wurden die Experten vom LKA ebenfalls eingebunden. „Alle Polizeidienststellen, die im Bereich rechten Terrors ermitteln, werden da angefragt und geben ihre Erkenntnisse weiter“, erklärt Sandles. Auch alle Ermittlungen im Bereich islamistischen Terrors sind dort angesiedelt. „Darunter fallen zum Beispiel Selbstanzeigen von Geflüchteten, die im Asylverfahren berichten, dass sie im IS oder auf der anderen Seite Kriegsverbrechen begangen haben“, erläutert die LKA-Vizechefin. 

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Gefährdungslage sei theoretisch permanent gegeben

Zur Gefährdungslage für München sagt sie: „Es besteht generell eine hohe abstrakte Gefährdungslage. Anschläge im Ausland zeigen, dass nach wie vor damit zu rechnen ist, dass es Anschläge geben kann. Aber es gibt aktuell nichts Konkretes.“

An der Maillingerstraße werden neben der LKA-Leitung knapp 1000 Mitarbeiter bleiben. Unter anderem ist dort die DNA-Datenbank angesiedelt, mit deren Hilfe jetzt der Vergewaltiger eines elfjährigen Mädchens in Obergiesing innerhalb kurzer Zeit ermittelt werden konnte. „Wenn das so schnell geht, freuen sich alle – auch hier im Haus“, sagt die 59-Jährige. 

Ein weiterer Schwerpunkt im Haupthaus ist das Aufgabengebiet Cyberkriminalität und die Entwicklung von Schutzmechanismen dagegen. „Das ist der Zukunftsbereich schlechthin“, sagt Sandles.

Alte LKA-Zentrale soll umgenutzt werden

Ideen, wie der freiwerdende Platz in der LKA-Zentrale künftig genutzt werden könnte, gibt es bereits viele: von der Zusammenführung auseinandergerissener Dezernate bis zu Räumen, die bei großen Ereignissen wie dem OEZ-Attentat schnell in eine Einsatzzentrale für eine Sonderkommission umgewandelt werden können. 

Darüber entschieden wurde aber noch nicht. Zuerst gilt es, die Räume am neuen Standort bedarfsgerecht auszustatten. „Für die Staatsschutzabteilung sind intensive Sicherheitsmaßnahmen erforderlich“, sagt Sandles.

Ursula Löschau

Die Funktionen des Bayerischen Landeskriminalamts

So beschreibt sich das Bayerische Landes­kriminalamt (LKA) selbst: „Das LKA ist...

  • ...die größte kriminalpolizeiliche Ermittlungsdienststelle Bayerns,
  • ...eine moderne Polizeizentrale, die alle bekannten Technologien zur Information, Untersuchung, Ermittlung und Prävention einsetzt, diese erforscht und weiterentwickelt,
  • ...die Zentralstelle für die polizeiliche Datenverarbeitung und Datenübermittlung in Bayern,
  • ...die Fernmeldestelle der Bayerischen Polizei.“

Zudem ist das LKA „Autorisierte Stelle“ des Digitalfunks für alle Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, darunter auch die Feuerwehr und Rettungsdienste, und zentrale Ermittlungsstelle der Bayerischen Polizei für interne Ermittlungen.

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