Moosacher fürchten um das denkmalgeschützte Haus

Verfällt der Spieglwirt?

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Über ein Jahr nach Schließung der Traditionsgaststätte „Spiegl“ ist nicht bekannt, was dort an der Feldmochinger Straße passieren soll.

Moosach – Fenster stehen offen, Dachrinnen hängen herunter, Unrat stapelt sich auf dem Gelände. Über ein Jahr nach Schließung der Traditionsgaststätte „Spiegl“ sind noch keine Pläne bekannt

Inge Girard, Mitglied des Bezirksausschusses, vor dem leerstehenden Spieglwirt.

Nach der Kündigung des letzten Pächterehepaars Kurt und Gudrun Mutzhas steht der Spieglwirt seit Ende 2017 leer und verfällt zusehends. „Jahrzehnte wurde nichts gemacht. Einige Bürger beobachten offen stehende Fenster, herabhängende Dachrinnen, verweisen auf das Gerümpel und befürchten bereits, dass das Gebäude bald nicht mehr zu retten ist oder wie das Uhrmacherhäusl in Giesing einfach abgerissen wird“, berichtet Inge Girard, Mitglied im Moosacher Bezirksausschuss.

Das Traditionswirtshaus musste schließen, weil der Pachtvertrag nicht mehr verlängert wurde.

Bei einem Treffen vor rund einem Jahr, teilen die Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, mit, den Komplex sanieren und Wohnungen bauen zu wollen: „Aus denkmalfachlicher Sicht sind auch andere Nutzungen, etwa für Wohnzwecke, denkbar“, meint Dorothee Ott vom Denkmalschutz. „Für uns macht die Umwandlung in Wohnungen aber keinen Sinn, da es nur wenige sein könnten“, wendet hingegen Inge Girard ein. Mit dem Moosacher Bezirksausschuss setzt sie sich für eine weitere Gastronomienutzung ein. 

Inge Girard möchte wieder eine Gaststätte in dem Gebäude, das 1971 noch in Grün erstrahlte.

„Der Spieglhof ist immer ein wichtiger Gaststättenversorger im Viertel gewesen“. Nachdem bereits auch das Dobmann´s geschlossen ist, sieht es mit der Wirtshauskultur in Moosach düster aus. „Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege würde es prinzipiell begrüßen, wenn das Baudenkmal auch weiterhin als Gasthaus genutzt werden würde“, sagt Pressesprecherin Dorothee Ott.

Wo einst Gaststättentrubel herrschte, prägen heute Schmierereien das Bild.

Passiert ist bisher nichts, bedauert Inge Girard: „Es gibt keinerlei Anzeichen für baldige Sanierungsarbeiten. Wir möchten vom Denkmalschutz wissen, wie es weitergeht“. Das Bauern- oder Söldenhaus, erbaut 1849, liegt an der alten Salzstraße von Sendling nach Moosach. Seit 1876 bis zu seiner Schließung ist es ein Gasthaus und ein echtes Stück Moosacher Geschichte, unweit des denkmalgeschützten Gebäudeensembles am St.-Martin-Platz. Für eine Stellungnahme über die Pläne war die Erbengemeinschaft nicht erreichbar.

Manuela Praxl-Langer

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