Kampf um den Kindergarten

Kita-Schock in der Borstei: Stadt ordnet die Schließung der beiden Standorte an

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Eren, Elisabeth und ihre Eltern Zekai Uzunel und Stefanie Krämer hoffen, dass sie nicht den Kindergarten wechseln müssen.

Moosach -  Die Nachricht kam überraschend und war ein Schock für viele Familien: Welche Befürchtungen die Eltern haben, was der Bezirksausschuss sagt und wie es weitergeht, hat Hallo herausgefunden

Eren (4) und Elisabeth (4) gehen gerne in den Kindergarten in der Borstei: Alle ihre Freunde aus der Nachbarschaft sind dort, es ist familiär, der Weg nach Hause ist kurz. Doch ab September müssen sie womöglich in eine andere Einrichtung wechseln: Die Stadt hat überraschend angekündigt, aus Brandschutzgründen die beiden Kindergartengruppen in der Pickelstraße und der Löfftzstraße zu schließen. Die 44 Kinder sollen stattdessen in der Kindertagesstätte in der Dieselstraße untergebracht werden.

„Für viele Eltern entstehen unlösbare Probleme“, erklärt Susanne Schröder vom Elternbeirat. „Die Hol- und Bringzeit verlängert sich zum Teil enorm.“ Stefanie Krämer, die Mutter von Helene, ist ebenfalls davon betroffen. Nicht nur, weil der Weg zum Kindergarten länger wäre, sondern auch weil sie von der Dieselstraße aus mehr Zeit zu ihrer Arbeitsstelle bräuchte. „Insgesamt wäre ich jeden Tag zwei Stunden mehr unterwegs“, beklagt sie.

Die Eltern befürchten außerdem, dass sich bei einer Auslagerung die familiäre Atmosphäre verändern könnte. „Hier kennen sich alle Familien aus der Nachbarschaft und helfen sich gegenseitig“, sagt Zekai Uzunel, der Vater von Eren. „Wir haben ein gutes Netzwerk, es wäre schade, wenn es zerstört werden würde.“

Die Eltern haben sich deshalb an den Moosacher Bezirksausschuss (BA) gewandt. Dort hatten die Viertelpolitiker Verständnis für das Anliegen. „Es ist unzumutbar, die Dieselstraße als Ersatzstandort zu benennen“, erklärte Alexander Dietrich (CSU). Außerdem seien die Brandschutzprobleme schon lang bekannt. Die Stadt bemängelt hier vor allem, dass es in den beiden historischen Gebäuden, in denen die Gruppen untergebracht sind, keinen zweiten Fluchtweg gibt. Doch: „Die Dringlichkeit, die Einrichtungen jetzt zu schließen, ist nicht nachvollziehbar“, ärgerte sich Hannelore Schrimpf (SPD). „Die Stadt müsste sich Zeit nehmen, um eine Lösung zu finden.“

Dabei kommt jedoch erschwerend hinzu, dass die Wohnsiedlung Borstei unter Denkmalschutz steht. Einfach eine Außentreppe als Fluchtweg an die Gebäude anzubauen, ist also nicht so einfach. Der BA war sich jedoch einig, dass die Belange der Kinder wichtiger seien, als die des Denkmalschutzes. Er sprach sich einstimmig für einen Dringlichkeitsantrag aus, dass die Stadt alle Schritte unternehmen soll, um den Betrieb der beiden Kindergartengruppe in der Borstei aufrechtzuerhalten. 

Claudia Schuri

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