„Wir wollen unser Geld zurück“

Geldzoff um Kleingarten in Moosach

Einen dicken Ordner voller Dokumenten hat Heidi Gebhard zum Streit um ihre ehemalige Gartenparzelle.
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Einen dicken Ordner voller Dokumente hat Heidi Gebhard zum Streit um ihre ehemalige Gartenparzelle.
Geldzoff um Kleingarten in Moosach
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Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anlage einst aussah – und was aus der Fläche geworden ist.
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Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anlage einst aussah – und was aus der Fläche geworden ist.
Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anlage einst aussah – und was aus der Fläche geworden ist.
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Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anlage einst aussah – und was aus der Fläche geworden ist.
Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anlage einst aussah – und was aus der Fläche geworden ist.
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Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anlage einst aussah – und was aus der Fläche geworden ist.
Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anlage einst aussah – und was aus der Fläche geworden ist.
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Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anlage einst aussah – und was aus der Fläche geworden ist.
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Moosach: Eigentlich hätten Heidi Gebhard und ihre Mutter Wilhelmine diesen Sommer gerne in ihrem Kleingarten in Moosach verbracht – doch dort wo früher Blumen und Bäume waren, ist jetzt nur noch Erde, Schutt und Beton.

Vor Heidi Gebhard (63) liegt ein Ordner, prall gefüllt mit Dokumenten. Es ist alles, was von dem Ort übrig geblieben ist, der 36 Jahre lang der grüne Treffpunkt der Familien Goldbrunner und Gebhard war: Ein hübsches Gartenhäusl in der Moosacher Kleingartenanlage an der Hartmannshofer Straße. Nur noch der Pachtvertrag erzählt davon – und verzweifelte Briefe, Quittungen, Fotos. Dort, wo die Familie früher Blumen und Bäume pflanzte, Gartenfeste feierte und Eidechsen, Igel und Eichhörnchen lebten, ist seit letzten Dezember nur noch eine Wüste aus Erde, Schutt und Beton. Seit Monaten sieht es so aus – dabei hätten die Pächter den Garten diesen Sommer so gerne noch genutzt.

Doch der neue Eigentümer, eine private Grundstücksgemeinschaft aus Baden-Württemberg, hatte allen 22 Kleingärtnern den Räumungsbefehl bis Ende 2016 erteilt. Die Kleingärtner vermuten, weil es für das Grundstück einen Bau-Vorbescheid gibt.

Die Pächter kämpfen um Erstattungskosten

„Das alles macht mich so traurig“, sagt die Pasingerin Gebhardt. Besonders die hohen Auflösungskosten, auf denen ihre Mutter Wilhelmine Goldbrunner (84), die eigentliche Pächterin des Gartens, und die Familie zum Teil bis heute sitzen bleiben, machen sie wütend.

Nach vielen Briefwechseln seit Beginn des Jahres will Heidi Gebhardt nun nicht mehr still halten, schließlich geht es um 2500 Euro. Das Geld haben die Pächter aus eigener Tasche vorgestreckt, in dem Glauben, es zurück zu bekommen. Doch das ist bis heute nicht geschehen. „Meine Mutter schläft schon schlecht, weil sie das alles nicht mehr versteht,“ berichtet die Tochter der Parzellen-Pächterin Goldbrunner.

Die Bahn- und Landwirtschaft e.V. vermittelt als ehemaliger Eigentümer zwischen den Ex-Kleingarten-Pächtern und den neuen Besitzern des Grundstücks. Geschäftsführer Karl-Heinz Bendner sagt: „Der neue Eigentümer ist verpflichtet, die Kosten nach den erstellten Gutachten weitgehend zu tragen. Noch sind aber zwei Grundstücke nicht geräumt. Wir bemühen uns um einen gütlichen Weg.“ Anwälte sind schon eingeschaltet.

Doch wie lange sich der Streit zwischen Bahn und -Landwirtschaft e.V. und den neuen Eigentümern hinziehen wird, weiß niemand. Heidi Gebhardt will deshalb selbst zum Anwalt. „Unser Grundstück ist längst geräumt“, erklärt sie. „Uns wurde versprochen, dass die 5000 Euro, die wir im Dezember bar für den Abriss bezahlt haben, mit dem Wertgutachten für den Schrebergarten von 4508 Euro verrechnet werden.“ Bisher seien aber nur 2000 Euro überwiesen worden. „Wie lange sollen wir auf die 2500 Euro warten?“, fragt Gebhardt.

Geschäftsführer Bendner gibt Heidi Gebhardt keine Auskunft: „Sie ist nur die Tochter der Pächterin, hat keine Vollmachten.“ Dabei spricht Gebhardt nur im Namen ihrer Mutter, die hoffentlich noch erlebt, wie der Streit um den schönen Schrebergarten in Moosach ausgegangen ist.


mjh

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