Geschichtsverein sucht Erzählungen für neues Heft

Die Geheimnisse von Alt-Moosach

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Wurde bei einer überlieferten Wette geschummelt? Das wird in den Geschichtsblättern untersucht.

Moosach - Ein geschichtsträchtges Viertel: Um Anekdoten, Erzählungen und Erinnerungen der Bürger zu erhalten, veröffentlicht der Moosacher Geschichtsverein jährlich die „Moosacher Geschichtsblätter“

Über das alte Moosach gibt es viele Anekdoten: Zum Beispiel die Geschichten über eine originelle Wette und über drei Moosacher, die nach China in den Krieg gezogen sind. Der Moosacher Geschichtsverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, in seinen neuen „Moosacher Geschichtsblätter“ diesen Anekdoten nachzugehen.

Die erste Ausgabe ist gerade erschienen. Künftig soll es jedes Jahr eine Zeitschrift geben. Das Autorenteam hat schon jetzt mit der Planung für 2019 begonnen und hofft dabei auf die Hilfe der Bevölkerung: „Alle Moosacher können uns gerne ihre persönlichen Ideen und Erinnerungen erzählen“, sagt Dorit Stauber vom Geschichtsverein. „Auch über Bilder freuen wir uns.“

Der Geschichtsverein Moosach hat die ersten "Moosacher Geschichtsblätter" herausgebracht.

Die Geschichtsblätter sind keine komplexen Abhandlungen für Historiker. Stattdessen sollen alle Bürger angesprochen werden. „Uns interessieren die Geschichten des kleinen Mannes, zum Beispiel, wie früher der Alltag der Menschen aus Moosach war“, erklärt Stauber.

Auch über den Geschichtsverein selbst gibt es in den Heften immer wieder Interessantes zu erfahren. „Wir haben eine bunte Mischung von Themen“, so Stauber. „Wie ein kleines Archiv. cla

Das Heft ist für fünf Euro bei den Buchhandlungen Hugendubel und Blattgold Literatur sowie im Pelkovenschlössl erhältlich. Vertreter des Geschichtsvereins kann man dienstags von neun bis zwölf Uhr in der Feldmochinger Straße 31 treffen Weitere Infos unter www.geschichtsverein-moosach.de.

Ein Kriegseinsatz in China

Eine Nacht im August 1900: Die drei Moosacher Burschen Jakob Hagenbucher, Jakob Peter und Georg Beck werden gemeinsam mit anderen Soldaten am Laimer Bahnhof von tausenden begeisterten Münchnern verabschiedet. Den jungen Männern steht eine abenteuerliche Reise bevor: Zuerst geht es nach Bremen, dann 54 Tage lang mit dem Dampfer auf China. Ihre Aufgabe dort: den so genannten „Boxeraufstand“ niederzuschlagen. Ziel der so genannten „Boxer“ war, ausländische Besatzungen und christliche Missionare in China zu bekämpfen. So gut wie alle Männer kamen gesund wieder zurück nach Hause, so vermutlich auch die Moosacher. Ihre Namen sind auf einer Tafel in der St.-Martins-Kirche eingraviert.

Baum fällen, Wagen bauen, nach Freising laufen – in 24 Stunden

Eine gesellige Runde im Jahr 1908 beim Großwirt (heutiger Alter Wirt): Aus einer Bierlaune wettet Wagner Joseph Sturm mit dem Bäcker Sebastian Eierschmalz um 500 Mark: Sturm will mittags um eins einen Baum aus dem Allacher Forst fällen, aus diesem zwei Räder mit Achsel und Deichsel bauen und mit dem Gefährt zu Fuß nach Freising gehen. Spätestens am folgenden Tag um ein Uhr wird er in Freising eintreffen, behauptet er. Tatsächlich erreicht Sturm gemeinsam mit Freunden sogar eine Stunde früher sein Ziel, wo ein Foto geschossen wurde. Doch ist bei der Wette wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen? Das wird in dem Heft untersucht.

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