Zwangspause als Chance – Mehr Programm im Gelände

So will der Park die Stadionsperrung überstehen

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Ab Herbst 2022 wird das Olympiastadion saniert.

Milbertshofen – Jetzt ist die Mega-Baustelle des Olympiastadions eine beschlossene Sache: Ab Herbst 2022 wird Münchens Herzstück für 20 Monate am Stück geschlossen Doch was passiert mit den Veranstaltungen im Park? 

Unverwechselbar, einzigartig und ein Herzstück des Münchner Nordens – das ist das Olympiastadion. Doch mit der Mega-Sanierung ab Herbst 2022 verursacht der Komplex auch Probleme. Denn: Wie der Stadtrat in seiner letzten Sitzung einstimmig genehmigte, wird das Areal für 20 Monate vollständig und am Stück geschlossen.

Geplant sind eine Runderneuerung des 46 Jahre alten Multifunktionsstadions in Höhe von 108 Millionen Euro. Die Open-Air-Saison von 2023 ist also schlicht nicht bespielbar. Das heißt: Rund 2,5 Millionen Euro an Einnahmen durch Ticketverkäufe und zusätzliche Veranstaltungen fallen weg.

„Wir könnten den Flying Fox ausbauen und mehr Besichtigungen anbieten“

„Zunächst einmal sind wir sehr glücklich mit dem Abstimmungsergebnis des Stadtrats, die Arena attraktiv und auf dem neuesten Stand zu halten“, sagt die Geschäftsführerin des Olympiaparks, Marion Schöne. „Klar ist aber auch, dass es nicht leicht wird, die finanziellen Ausfälle zu kompensieren.“

Die Geschäftsführerin des Olympiaparks, Marion Schöne, hat für die Zeit schon Ideen in petto.

Die pragmatische Lösung der Olympiapark GmbH: Einfach mit einer Fülle an kulturellen Events mehr innerhalb der nächsten vier Jahre erwirtschaften, um den Überschuss als Depot anzuhäufen. „Im Rahmen der großen 50-Jahr-Feier 2022 planen wir ein furioses Feuerwerk an Events im Park. Zusätzlich dazu könnten wir innerhalb der Umbauphase den Flying Fox ausbauen oder die Besichtigungen erhöhen“, so Schöne. „Und auch wenn die Neuigkeit des Umbaus ganz frisch sind – wir haben noch über vier Jahre, um uns einiges einfallen zu lassen.“

Die zugestimmte Variante der Mega-Sanierung ist ein Kompromiss zwischen dem Wunsch der Olympiapark-Gesellschaft, die Arena weiterhin nutzen zu können, und den Stadtwerken, die die Olympiastätten von 1972 baulich betreuen und lieber den kurzen Weg mit Komplettsperrung beschritten hätten.

Die ursprünglich angesetzte geschlossene Sanierung im Zeitraum von drei Jahren hätte sogar einen immensen Schaden für den Olympiapark bedeuten können. „Da wären uns auch die ganzen Veranstalter abgesprungen“, sagt Schöne. Alternativ regelmäßig auf dem Gelände oder an anderen Flächen in München eine temporäre Open-Air-Fläche für Konzerte aufzubauen, würde sich finanziell ebenso wenig lohnen.

Fest steht: Das Spar-Ziel für diese Saison hat der Park mit einem Plus von knapp 900 000 Euro bereits erreicht. „Natürlich wird während der Bauzeit im Bestand sicher auch noch ein finanzieller Mehraufwand bestehen – aber bis dahin sind wir gerüstet.“

Julia Langhof

Fakten zum Umbau des Olympiastadions

  • Das 46 Jahre alte Olympia­stadion muss grundsaniert werden.
  • Der geplante Umbau beginnt im Herbst 2022, dann bleibt das Stadion voraussichtlich 20 Monate geschlossen.
  • Der Stadtrat hat dafür 108 Millionen Euro genehmigt.
  • Die Katakomben sollen umgebaut, die Sanitäranlagen und die Heiztechnik erneuert und der Brandschutz verbessert werden.
  • Um 580 000 Euro zu sparen, verzichtet das Wirtschaftsreferat auf die Bundesligatauglichkeit des früheren Fußballstadions.
  • Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.

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