Standort gefällt nicht allen

Seniorenheim am Olympiazentrum?

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Der Busbahnhof am Olympiazentrum ist seit langem verwaist und soll neu gestaltet werden. 

Milbertshofen - Seit Jahren ist der Busbahnhof am Olympiazentrum verwaist. Das könnte sich bald ändern

Senioren, die in Milbertshofen-Am Hart in ein Pflegeheim umziehen möchten, müssen ihre Heimat verlassen: Im gesamten Stadtteil gibt es kein Senioren- und Pflegeheim. Der Bezirksausschuss (BA) Milbertshofen-Am Hart fordert seit langem den Bau einer solchen Einrichtung – doch die Standortsuche ist schwierig. 

Erich Tomsche

Jetzt hat die CSU-Fraktion eine neue Idee ins Spiel gebracht: den alten Busbahnhof am Olympiazentrum. „Die Fläche wäre optimal dafür geeignet“, erklärt Erich Tomsche (CSU, kl. Foto oben). „Wir hätten einen U-Bahn- und Busanschluss und im Olympiadorf gibt es Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte.“ Außerdem hätten die Senioren im Olympiapark viele Freizeitmöglichkeiten. „Sie wären in der Mitte der Gesellschaft, die Begegnung von Jung und Alt wäre möglich“, so Tomsche. 

Unter den denkmalgeschützten Dächern des Busbahnhofes könnte er sich vorstellen, Parkplätze für Angehörige einzurichten. Auch BA-Chef Fredy Hummel-Haslauer (SPD) findet die Idee gut: „Es gibt keinen besseren Platz für ein Senioren- und Pflegeheim“, sagt er. Laut dem Sozialreferat der Stadt ist für ein Senioren- und Pflegeheim eine Fläche von 7000 Quadratmetern notwendig. Ein geeignetes unbebautes städtisches Grundstück sei im Bezirk nicht vorhanden, so das Referat. Die Behörde geht davon aus, dass bis zum Jahr 2025 im Stadtteil Milbertshofen-Am Hart rund 330 vollstationäre Pflegeplätze fehlen werden. 

Leo Meyer-Giesow

Trotzdem ist der CSU-Vorschlag nicht unumstritten. SPD und Grüne stimmten im BA zu, die FW/ÖDP-Fraktion dagegen. „Es wäre ein massiver Eingriff und würde den architektonischen Grundstrukturen der Olympiapark-Planung widersprechen“, erklärt Fraktionssprecher Leo Meyer-Giesow (kl. Foto Mitte). Er befürchtet zudem einen Einschnitt in die benachbarten Grünflächen und sorgt sich um den Ensembleschutz des Areals. Derzeit liegt der Busbahnhof Olympiazentrum brach, er wurde bis vor kurzem von der MVG genutzt. Wie es damit weiter gehen soll, wird seit langem diskutiert. Unter anderem waren der Bau eines Hotels und eines Studentenwohnheims im Gespräch – beides ist mittlerweile wieder vom Tisch. 

2016 hat der Stadtrat beschlossen. dass dort kein massiver Bau errichtet werden soll. Die Einwohnerinteressensgemeinschaft Olympisches Dorf hat außerdem ein Konzept mit dem Bau eines Besucherzentrums und einer Begrünung vorgeschlagen – eine Idee, die bei der Stadt und im Stadtrat damals auf positive Resonanz gestoßen ist.Claudia Schuri

Busbahnhof als Museumsstandort?

Der ehemalige Busbahnhof könnte außerdem der neue Standort für das geplante Olympia- museum werden. Wie die tz erfahren hat, ist es vom Tisch, dass das Museum im Turm errichtet wird. Dort wäre zu wenig Platz und der Unterhalt wäre zu teuer. Zudem könnte das Projekt erst nach der Turmsanierung umgesetzt werden. Die Experten empfehlen deshalb, den Busbahnhof als Museumsstandort. Pro Jahr sollen 60 000 bis 80 000 Besucher kommen. Damit das Museum wie vorgesehen im Jahr 2022 eröffnet werden kann, müsste der Stadtrat vor der Sommerpause einen Grundsatzbeschluss zu dem Thema fassen.

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