Münchens Sportler greifen an - mit Viertelübersicht

Neubau-Offensive im Norden: Raumnot, Sportcampus und Weißblau-Allianz

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Harald Lins- eisen von der SpVgg Feldmoching klagt über Raum- und Platznot im Norden.

In der Stadt gibt es zu wenige Turnhallen und Freiflächen für den Vereinssport. Doch das soll sich ändern: Was im Münchner Norden geplant ist

Immer mehr Leute – und immer weniger Platz für den Sport: Darunter leiden auch viele Sportvereine im Münchner Norden. „Wir können weniger Sportstunden anbieten“, sagt Harald Linseisen, der seit 35 Jahren Vorsitzender der SpVgg Feldmoching ist. „Deswegen haben wir letztes Jahr schon 100 Mitglieder verloren“, erklärt er. Zum einen seien die Sportplätze im Viertel nicht ausreichend. „Die Plätze werden von Montag bis Freitag von 35 Mannschaften genutzt“, so Linseisen. „Das ist eine riesen Belastung.“ Auch die Hallenkapazitäten sind knapp. Weil die Faganahalle in der Georg-Zech-Allee vor allem für Schulsport genutzt wird, müssen die Vereine zurückstecken „Wir mussten schon Gymnastikangebote schließen“, so Linseisen. Kapazitäten werden erst wieder frei, wenn alle Schulbaumaßnahmen abgeschlossen sind. Auch der FC Fasanerie Nord ist von dem Problem betroffen. Wegen der Renovierung der Halle der Toni-Pfülf-Schule mussten zum Beispiel die Turner Ausweich-Räumlichkeiten suchen. „Und die Ju-Jutsu-Abteilung hat in Eigenregie die ehemalige Gaststätte in der Faganahalle umgebaut“, sagt Peter Müller von der Vorstandschaft (kl. Foto). Doch: Es gibt Planungen, dass dort eine Mensa für das Pavillongymnasium errichtet wird. „Dann hätten wir ein Problem“, so Müller.cla

Europas modernster Sportcampus

Europas modernster Sportcampus soll bis zum Jahr 2022 im nördlichen Olympiapark entstehen.

Es soll Europas modernster Sportcampus werden: Die Technische Universität (TU) und der Zentrale Hochschulsport (ZHS) errichten im nördlichen Olympiapark ein neues Sportgelände. Dort haben 125 000 Studenten und 30 000 Universitätsangestellte die Möglichkeit, Breiten- und Wettkampfsport zu betreiben. Zu dem Campus gehören außerdem verschiedene Lehr- und Forschungsstätten. „Mit diesem Neubau haben wir beste Chancen, unsere wissenschaftliche Forschung weiter voranzutreiben“, erklärt Professor Ansgar Schwirtz, Dekan der Sport- und Gesundheitswissenschaften. Zu dem Gebäudekomplex gehören sechs Innenhöfe. Die Bauten werden vor allem aus Holz oder Glas errichtet und sollen die Idee einer olympischen Landschaft aufgreifen. „Das neue Sportcenter wird ein in seiner Dimension rekordverdächtiger Holzbau“, sagte Helmut Dietrich vom Architekturbüro Dietrich Untertrifaller. „Eine Bauweise und Architektur als logische Antwort auf die sportliche Aufgabenstellung und den besonderen Ort im denkmalgeschützten Park.“ Die derzeitigen Sportgebäude im Park sind baufällig, eine Sanierung lohnt sich nicht. Der Spatenstich für den Neubau hat bereits stattgefunden, im Jahr 2022 soll das Projekt pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum des Olympiageländes fertiggestellt sein. Die Kosten für den Bau betragen 143 Millionen Euro.

Neuer Pachtvertrag für Weißblau-Allianz?

Hoffnung für den Sportverein Weißblau-Allianz: Wie berichtet hatte die Allianz dem Verein mit knapp 4000 Mitgliedern den Pachtvertrag für das Gelände an der Osterwaldstraße gekündigt. Dort sollte ein Luxus-Sportcenter entstehen. Doch dagegen gab es großen Widerstand aus der Bevölkerung und der Politik. Inzwischen haben Gespräche mit der Stadt, dem Verein und dem Allianz-Konzern stattgefunden. Über den Inhalt wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verein gibt aber auf seiner Homepage bekannt, dass ein Angebot für einen langjährigen Pachtvertrag für das Gelände erarbeitet werde. Vertragsstart solle der 1. Januar 2019 sein. Von der Stadt heißt es, dass noch kein abschließendes Ergebnis vorliege.

Die Referentin für Bildung und Sport, Beatrix Zurek hat mit Hallo über die geplanten Projekte gesprochen.

So viel Platz hat der Sport in der Stadt: Die große Übersicht

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