Der Olympia-Busbahnhof wird erstmal nur grüner

Nach zwölf Jahren Zoff: Der brüchige Bahnhof bleibt

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Der Busbahnhof sollte bis zum Jubiläum 2022 aufgehübscht werden. Marion Schöne, die Geschäftsführerin des Olympiaparks, hofft deswegen auf eine Einigung.

Milbertshofen – Er ist in den Augen zahlreicher Bürger ein Schandfleck, wie er im Buche steht: Seit der Schließung der Busstation im Jahr 2007 verrottet der Olympia-Bahnhof am Brundageplatz – Wie soll es jetzt weitergehen?

Die Bahnhofsuhr hängt leicht schief, das denkmalgeschützte Dach wird von einem Baugerüst gestützt und wo früher Schulkinder auf ihren Bus warteten, haben es sich Nager am bröckeligen Rinnstein gemütlich gemacht: Seit der Schließung der Busstation im Jahr 2007 verrottet der Olympia-Bahnhof am Brundageplatz. Jahrelang wurden Ideen gesammelt, was mit dem Ort passieren könnte (Hallo berichtete). 2016 beschloss der Stadtrat, den Busbahnhof zu sanieren. Doch vorerst werden konkrete Baupläne auf Eis gelegt.

Denn: Das Planungsreferat wird dem Stadtrat in seiner nächsten Sitzung vorschlagen, ausschließlich den Eingangsbereich etwas grüner zu gestalten und ein Konzept für Wasserspiele umzusetzen, welches sich optisch in das restliche Areal einfügt. Grundsätzlich könne sich das Planungsreferat laut Antrag zwar Gebäude auf dem brachliegenden Areal vorstellen. Aber die Verwaltung schlägt vor, bis zur endgültigen Entscheidung, welche Institution zukünftig auf dem Bahnhof bauen darf, erst einmal Gras über die Anlage wachsen zu lassen.

Da das 50-Jährige des Olympia­parks 2022 naht (Hallo berichtete), versuchen die Interessengemeinschaften bis dahin, ihre Vorschläge weiterzubringen. Die Verwaltung des Bahnhofs prüfte seit 2016 etwa ein Studentenwohnheim oder ein Hotel, der Bezirksausschuss Milbertshofen verlangte ein Seniorenwohnheim. „Wir würden uns ein Olympiamuseum wünschen“, sagt Olympiapark-Chefin Marion Schöne. Sollte keine Entscheidung fallen, bleibt der Olympia-Bahnhof jedoch weiterhin eine Ruine

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Kommentar

Ich habe meine Kindheit rund ums Olympia­dorf verbracht. Klar, dass ich diese Region ein wenig verkläre. Für mich gehört sie zu den schönsten Flecken auf Erden. Aber der Busbahnhof? Ein paar Stahlträger und ein marodes Dach – ihrer eigentlichen Bestimmung längst beraubt – sind kein schönes Fleckerl. Allemal ein Schandfleck. Der sähe mit etwas Grün zwar besser aus. Doch: Die vierspurige Lerchenauer Straße vor der Nase und Hochhäuser im Rücken – wirklich einladend wird da keine Freifläche. Insofern bleiben plätscherndes Wasser und etwas Grün nichts weiter als Ablenkung vom jahrelangen Stillstand. Dann lieber ein Olympiamuseum. Zumal dessen Umsetzung bereits genauso lange auf sich warten lässt wie die Nachnutzung des Busbahnhofs.

Marco Litzlbauer, Redaktionsleiter

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