Wann kommt das Museum?

Olympische Spiele 1972: Nur Privatsammlungen erinnern noch

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Experten sind sich sicher: Bis 2022 – dem 50. Geburtstag der Olympischen-Spiele in München – wird es kein Museum geben.

Olympiapark – Acht Tage hat sie sich 1972 im September frei genommen, Karten für die Spiele gekauft, mitgefiebert. Geblieben sind Dr. Britta Figge (79) an Olympia in München tolle Erinnerungen – und ihre Privatsammlung: „Ich habe alle Tageszeitungen aufgehoben.“ Auch Magazine und ihre handschriftlichen Einträge in den offiziellen Olympiaprogrammen hat sie 47 Jahre lang aufbewahrt. „Gerne gebe ich alles weiter, an jemanden, der sich dafür interessiert, es ausstellt.“ Aber wer?

Hat München die Idee, zum Jubiläum an dieses historische Ereignis zu erinnern, vertan?

20 Pfennig für eine Breze.

Denn ein eigenes Museum zum Olympia-Jubiläum wird es nach aktuellem Stand in München nicht geben. „Das Thema ist vorerst vom Tisch. Bis 2022 wird es keine feste Einrichtung, kein Olympia-Museum im Bereich des Olympiaparks geben. Der Zug für entsprechende Räumlichkeiten oder ein neues Gebäude dafür ist abgefahren“, sagt Tobias Kohler, Sprecher der Olympiapark München GmbH.

Hat München die Idee, zum Jubiläum an dieses historische Ereignis zu erinnern, vertan? „Die Stadt steht der Idee eines Olympia-Museums offen gegenüber. Mögliche Standorte werden derzeit geprüft“, sagt Christina Warta vom Referat für Bildung und Sport. Bei der Frage nach Aktionen, Ausstellungen, Erinnerungen zum 50. Geburtstag der Münchner Spiele verweist man allerdings kurz und knapp auf die Olympia­park GmbH.

„Diese Stimmung im Stadion, die Kulisse war wirklich einzigartig."

Dr. Britta Figge schwelgt in Erinnerungen.

Historisch darf man am Jubiläum nicht vorbeigehen, weiß Park-Sprecher Kohler: „Natürlich beschäftigen wir uns mit dem Thema für die Jubiläums-Feierlichkeiten 50 Jahre Olympische Spiele.“ Was jedoch konkret geplant ist, möchte der Park-Sprecher nicht verraten.

Langfristig gesehen wäre der Originalschauplatz der 20. Olympischen Spiele für Zeitzeugin Figge ideal. „Diese Stimmung im Stadion, die Kulisse war wirklich einzigartig. München war so friedlich, alle Nationen vereint bis zu dem Tag des Attentats. Doch danach war alles anders“, erinnert sie sich. Denn die ehemalige Anästhesistin hat auch die Tagespresse nach dem brutalen Olympia-Attentat auf die israelische Mannschaft am 5. September 1972 aufgehoben. Bis auf Weiteres aber auch in Zukunft nur für sich privat. mjh

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