Ludwigsfeld: Bau von 2100 Wohnungen geplant – Lösungen für bestehende Probleme gefordert

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Schlemmen statt Schließen

Olympiadorf: Krippe schließt - Eltern haben ungewöhnliche Idee

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Marissa Vogel (rechts) und andere Eltern werden bei der Personalsuche jetzt selbst aktiv.

Die Kinderkrippe im Olympiadorf steht vor dem Aus – jetzt lobt der Elternbeirat eine ungewöhnliche Prämie aus.

München – Noch toben die Kinder wild in der Kinderkrippe herum, doch damit ist bald Schluss: Die einzige öffentliche Kinderkrippe im Olympiadorf muss zum neuen Schuljahr ihren Betrieb einstellen.

Pfarrei findet kein Personal

Grund dafür ist, dass die Pfarrei St. Johannes Evangelist als Träger schon seit Monaten kein neues Personal findet. In der Krippe Kinder Frieden Christi werden eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin benötigt.

Die aktuellen Mitarbeiter verlassen die Einrichtung zum neuen Schuljahr. Nach Aussagen des Trägers bedauere man die Situation sehr.

Seit Anfang 2018 suche man auf allen möglichen Kanälen nach neuem Personal. „Die Resonanz für die Krippe ist sehr gering. Der Arbeitsmarkt ist nahezu leergefegt“, berichtet eine Sprecherin der Pfarrei.

Inzwischen wurde auch die Stadt um Unterstützung gebeten. Das zuständige Referat für Bildung und Sport (RBS) verweist darauf, dass „Einrichtungen in freier und sonstiger Trägerschaft grundsätzlich eigenständig für eine ausreichende Versorgung mit pädagogischem Personal zuständig sind.“

Das RBS berate aber zum Beispiel zu den Themen Personalakquise aus In- und Ausland, Weiterbildungsangebote für bestehendes Personal und Qualifizierungsangebote für Bewerber, die noch über keine pädagogische Ausbildung verfügen. Doch die städtischen Einrichtungen leiden selbst unter Personalmangel.

Für die betroffenen Eltern bleibt das Problem bestehen. Zwar können alle fünf der aktuell betreuten Kinder im nächsten Jahr von dem zugehörigen Kindergarten übernommen werden, doch liegt es trotzdem im Interesse des Elternbeirats, die traditionsreiche Einrichtung zu erhalten.

Eltern suchen jetzt selbst nach Personal: Mit Lock-Prämien!

„Mein Kind ist eigentlich noch ein Jahr zu jung, um in den Kindergarten zu wechseln“, erzählt Mutter Marissa Vogel. Die Eltern engagieren sich mittlerweile selbst in der Personalsuche.

Jetzt rufen sie sogar eine Prämie aus, um Bewerber anzulocken: Nach erfolgreicher Bewerbung wird ein Candlelight-Dinner für zwei im Olympiaturm spendiert! „Wir wollen damit erreichen, dass die potentiellen Erzieher sich ein Bild von der Einrichtung machen“, erläutert Vogel.

 Viele Kinderpfleger seien von der Lage abgeschreckt, dabei biete die Einrichtung mit Garten und autofreier Umgebung die besten Voraussetzungen. „Wir freuen uns auf jeden Bewerber!“ Tim Pohl

So wirbt die Stadt um Kita-Personal

Bei der Landeshauptstadt sind im Bereich Krippe, Kindergarten, Hort und Tagesheim rund 8,5 Prozent der Erzieher-Stellen nicht besetzt. Bei den Kinderpflegern sind es rund 7,2 Prozent.

„In München werden eine Arbeitsmarktzulage von 200 Euro und Münchenzulage von 133,87 Euro gewährt“, so Katharina Rieger, Sprecherin des RBS. Außerdem erhalten Mitarbeiter, die Fachkräfte für die Stadt München gewinnen, eine Anwerbeprämie von 1000 Euro. Der Städtische Träger bietet zudem immer mehr Plätze in alternativen Ausbildungswegen an.

Hallo München-Interview: Werkswohnungen als Lockmittel

Münchens Personalreferent Dr. Alexander Dietrich.

Bis zu 3000 Stellen und 1200 Ausbildungsplätze jährlich hat Münchens Personalreferent Dr. Alexander Dietrich zu besetzen. „Die Personalfindung wird schwieriger“, gesteht er. Welche Wege die Stadt geht und was er von den geplanten „Zuckerln“ für alle städtischen Mitarbeiter hält, verrät er im Hallo-Interview.

Herr Dietrich, in welche Bereichen fällt es besonders schwer, Personal zu finden?
Die so genannten Mangelberufe sind im Bereich der Kindererziehung, im Gesundheitsdienst und im IT-Bereich. Aber auch im Verwaltungsbereich wird es schwieriger, besonders Juristen suchen wir oft lange.

Welche Wege beschreiten Sie?
Zeitungsinserate, Instagram, Facebook. Gerade prüfen wir, wie wir WhatsApp nutzen können. Wir gehen auf Personalmessen und beschäftigen uns jetzt mit Headhunting, also dem gezielten Ansprechen geeigneter Kandidaten.

Was halten Sie von den Vorschlägen aus der Politik, eine doppelte München-Zulage zu zahlen?
Wir müssen schauen, dass wir etwas für die niedrigen Gehaltsklassen tun, aber gleichzeitig aufs Tarifgefüge achten. Deswegen: Verdoppeln wird sich die München-Zulage nicht. Jemand aus dem Tarif E9c würde dann mehr verdienen als jemand aus E10 – ab dieser Stufe gilt die München-Zulage nicht mehr. Und wir brauchen das Einverständnis des kommunalen Arbeitgeberverbands Bayern. Da rechne ich mit heiklen Verhandlungen. Gerade die Umland-Gemeinden werden das als Wettbewerbs-Vorteil für München werten.

Und was halten Sie von kostenlosem MVV für städtische Mitarbeiter?
Wir zahlen jetzt bereits Fahrtkosten-Zuschüsse für untere Einkommensgruppen. Aber wir finden das einen guten Vorstoß und sind dabei diverse Varianten durchzurechnen. Im Juni werde ich dem Stadtrat eine Beschlussvorlage vorlegen – gemeinsam mit Möglichkeiten einer Anhebung der München-Zulage.

Wo liegt für sie die Lösung der Personalnot?
Mein Herzensanliegen ist der Bau von Werkswohnungen. Da muss die Stadt München mehr tun. Damit deckelt man die Lebenshaltungskosten und bindet gleichzeitig Mitarbeiter. Pro Jahr haben wir derzeit 500 bis 600 Wohnungen zu vergeben. Das muss sich deutlich erhöhen. Gerade planen wir 18 Werkswohnungen im Lehel und bauen ein Apartmenthaus in Riem mit 150 Wohnheimplätzen für städtische Nachwuchskräfte. Maren Kowitz

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