Kampf um Haltestelle

Moosacher Bürger protestieren gegen Verlegung ihres Bus-Stopps

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Die Bushaltestelle an der Netzerstraße soll erhalten bleiben, fordern diese Anwohner.

Moosach: Aufregung an der Netzerstraße: Derzeit gibt es Planungen, dass der Stopp der Buslinie 51 an der Netzerstraße künftig entfallen soll.

Die Anwohner in der Netzerstraße und Umgebung sind empört: Ihre Bushaltestelle soll verlegt werden – und die neue Haltestelle wäre um einiges weiter weg, außerdem wäre der kürzeste Weg dort hin unbeleuchtet und unbefestigt. Sie haben bereits bei der Moosacher Bürgerversammlung einen Antrag gestellt, der mehrheitlich angenommen wurde. „Es betrifft sicher zwischen 600 und 700 Wohneinheiten“, sagt Anwohner Klaus Köhler. „Wir wären vom öffentlichen Personennahverkehr abgeschnitten“.

Es handelt sich um den Bus 51. Derzeit verläuft diese Linie zweigeteilt. Auf der Fahrt von der Aidenbachstraße in Richtung Moosach Bahnhof hält der Bus an der Netzerstraße. In die andere Richtung entfällt dieser Halt und es gibt stattdessen einen Stopp in der Baubergerstraße. Das soll sich jetzt ändern, hat CSU-Stadtrat Alexander Dietrich und BA-Mitglied Alexander Dietrich beantragt.

Bei einem gemeinsamen Ortstermin haben Vertreter des Baureferats, des Bezirksausschusses und der MVG vorgeschlagen, den Linienverlauf über die Baubergerstraße zusammenzuführen. Dazu sollen Haltestellen an der Baubergerstraße, der Schragenhofstraße und der Skagerrakstraße neu eingerichtet werden.

Ziele seien unter anderem, die Linienführungen zu vereinfachen und mehr Personen bedienen zu können. An der Strecke seien in letzter Zeit viele neue Wohnungen entstanden, außerdem bräuchten auch die Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums an der Schragenhofstraße einen guten ÖPNV-Anschluss.

Bereits 2009 hatte die CSU-Fraktion im BA einen derartigen Antrag gestellt, damals sprach sich die MVG jedoch dagegen aus. Das andere Gebiet sei bereits gut versorgt, bei einer Änderung würde sich außerdem die Fahrzeit verlängern, womöglich wäre deshalb sogar der Einsatz eines zusätzlichen Busses notwendig. Nicht zuletzt sei die Haltestelle an der Netzerstraße gut frequentiert. Heute ist die MVG-Position hierzu „im Prinzip neutral“, so Sprecher Matthias Korte. Ein zusätzlicher Bus sei nicht erforderlich, hätte eine Prüfung ergeben. Geändert hätte sich im Vergleich zur damaligen Stellungnahme „vor allem die Bebauung rund um den Moosacher Bahnhof und im Bereich der Baubergerstraße – und damit deren Bedeutung als Knotenpunkt und Versorgungszentrum“, so Korte. „Durch Neubauten hat sich einiges getan und es wird sich noch Weiteres tun“, erklärte auch BA-Mitglied Angelika Bueb (CSU) in der vergangenen Sitzung, in der es um das Thema ging. „Das Bedürfnis für den Bus hat sich hin zur Baubergerstraße verlagert.“

Hier der kürzeste – unbefestigte – Weg zur neuen Haltestelle.

Die Anwohner der Netzerstraße sehen das anders. „Auf der einen Seite gibt es sowieso schon viele Haltestellen“, erklärt Klaus Köhler. „Die hätten dann eine Luxuslösung, für uns aber wäre es eine extreme Verschlechterung.“ Ein längere Fußweg sei für viele Bewohner nur schwer machbar, beklagt auch Anwohner Gerhard Hanel: „Hier leben viele ältere Leute, die den Bus nutzen“, erklärt er. „Für sie wäre es ein großes Problem.“ Zumal die kürzeste Strecke zur neuen Bushaltestelle über einen unbefestigten und unbeleuchteten Kiesweg zwischen Häuser führt. „Bei Dunkelheit traut sich da garantiert keine ältere Frau durchgehen“, sagt Irmengard Rosenhammer. 

Auch der BA hat darüber diskutiert. Das Gremium hofft, dass der Weg verbessert wird, damit er witterungsfester und auch mit Rollator oder Rollstuhl nutzbar ist. „Was wir beschließen steht und fällt mit dem Weg an der Grünanlage“, sagte Eberhard Ryba (ÖDP). Er regte an, die Entscheidung zurückzustellen. Zuerst solle der Weg überprüft werden. Dem stimmten alle zu.

Bis zur Verlegung der Haltestelle würde es sowieso noch dauern. „Die Umsetzung wäre nach einem positiven BA-Votum nach unserer Einschätzung mit einem Vorlauf von circa zwei Jahren verbunden“, sagt Matthias Korte von der MVG.
Claudia Schuri

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