Keine Dauerausstellung im historischen Gebäude

Keine neue Hoffnung für das Stadtteilmuseum?

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Das Gebäude hätte nach der Idee von Franz Lindinger ein Stadtteilmuseum werden können. Doch seit Juli steht das Haus leer.

Milbertshofen – Ginge es nach Franz Lindinger, hätte das Gebäude am Alten St.-Georgs-Platz 4 ein einzigartiges Viertelmuseum werden können – Doch das Kommunalreferat stimmte gegen die Idee

Früher war das historische Gebäude am Alten St.-Georgs-Platz 4 ein Waschhaus, später eine Wirtschaft, dann bis Juli ein Zentrum für den Verein Stadtteilarbeit – doch seitdem steht das denkmalgeschützte Gebäude leer. Eigentlich plante der Bezirksausschuss (BA) Milbertshofen-Am Hart mit Franz Lindinger (65), dem Vorsitzenden des Vereins Stadtteilarbeit, ein Viertelmuseum (Hallo berichtete). Doch das ist wohl erst einmal Geschichte.

Denn: Dem Kommunalreferat ist der Aufwand für die umfangreiche Restaurierung des Gebäudes zu teuer. „Das Haus darf wegen Denkmalschutz nicht abgerissen werden. Gleichzeitig ist es aufgrund feuchter Wänden nicht ganz nutzbar“, teilte Andreas Koch vom Kommunalreferat mit.

Franz Lindinger ist langjähriger Vorsitzender des Vereins Stadtteilarbeit.

Aktuell finden bereits Sanierungsarbeiten statt. „So wurden beispielsweise Wasserflecken im Erd- und Untergeschoss entfernt sowie die Belüftung der Kellerräume verbessert“, sagt Koch. „Trotz der Erhaltungsmaßnahmen ist aufgrund der Bausubstanz und des Alters der Immobilie mit fortlaufenden baulichen Mängeln zu rechnen.“

Aus diesen Gründen kann sich das Kommunalreferat schwer vorstellen, das marode Haus in ein Museum umzuwandeln. „Die Exponate würden wegen der Feuchtigkeit Schaden nehmen“, sagt Koch.

Für Franz Lindinger sind die Erklärungen des Kommunalreferats nicht ausreichend. Das Haus habe eben eine lange Vergangenheit – genau wie das Viertel. „Wenn wir nicht mehr um das ungenutzte Potenzial des Hauses kämpfen, wird damit ein Stück Milbertshofen sterben“, sagt Lindinger.

Er und Vereinskollege Helmut Gmeinwieser möchten sich Anfang nächsten Jahres mit Viertelfreunden zusammensetzen und einen Plan für Haus und Museum ausarbeiten. Material für eine Dauerausstellung gebe es genug: Der verstorbene Stadtteilhistoriker Franz Schrenk hat unzählige Zeitdokumente zum Viertel gesammelt – damit die Geschichte erhalten bleibt.

Julia Langhof

Die Geschichte Milbertshofens

Zum ersten Mal erwähnt wurde Milbertshofen im Jahre 1149, damals als „Ilmungeshoven“. Über 300 Jahre war Milbertshofen in klösterlicher Hand. 1658 wurde der Besitz dann an den Kurfürsten Maximilian II. Emanuel verkauft. Bis 1910 war Milbertshofen ein Dorf, dann drei Jahre eine eigene Stadt. Schließlich folgte die Eingemeindung nach München am 1. April 1913.

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