Totholz für laichende Amphibien

Bürger sorgt sich um Teiche an der Panzerwiese - Stadt hat eine Erklärung dafür

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Egon Franzmann sorgt sich um den Zustand der Teiche auf der Panzerwiese.

Milbertshofen-Am Hart - Was hat es mit all dem Totholz in den Teichen auf der Panzerwiese auf sich? Die Antwort darauf haben der städtische Gartenbau und der Bund Naturschutz

Die Panzerwiese sollte eigentlich ein Eldorado für bedrohte Tierarten sein. Die 200 Hektar große Heidefläche im Bezirk Milbertshofen-Am Hart ist als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen und streng geschützt. Vor vielen Jahren hat die Stadt dort gemeinsam mit dem Bund Naturschutz mehrere Teiche installiert. Um diese Teiche sorgt sich jetzt Egon Franzmann. Er wohnt nahe der Panzerwiese und geht oft in dem Gebiet spazieren. Seine Beobachtung dabei: „Die Teiche werden nicht richtig gepflegt“, sagt er. „Das Wasser versickert immer wieder.“ Teilweise sei das Teichbett beschädigt, manche Teiche würden außerdem verwuchern, beklagt er. „Dabei wäre es für die laichenden Amphibien so wichtig, dass die Teiche in Schuss gehalten werden.“ 

Laut der Stadt dienen die Teiche tatsächlich als Laichbiotope für Amphibien wie die Wechselkröte, die Erdkröte und den Laubfrosch. Die Wechselkröte und der Laubfrosch benötigen kleine, flache Gewässer, die möglichst fischfrei sein sollen. „Deshalb sollten die Gewässer normalerweise auch sporadisch austrocknen, so wie es auch im ursprünglichen Lebensraum der Art der Fall war“, erklärt Birgit Schöppl vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung. Ursprünglich war die Wechselkröte vor allem in der Wildflussaue der Isar beheimatet. Durch die Begradigung ist diese jedoch großflächig verschwunden – und damit auch die Wechselkröte aus den Isarauen. Auf der Panzerwiese soll sie weiter ihre Heimat haben. 

Für die Pflege der Teiche auf der Panzerwiese ist der städtische Gartenbau zuständig. „Der Zustand der Teiche ist nach unserer Einschätzung völlig in Ordnung“, erklärt Sprecherin Monika Großkopf. Bei extrem trockener Witterung würden die Tümpel wieder mit Wasser aufgefüllt. Im Winter würden zudem Schilf und Rohrkolben entfernt, um die Wasserfläche zu vergrößern und eine Verlandung der Gewässer zu verhindern. Ansonsten sei etwas Holz in den Teichen durchaus sinnvoll, so Großkopf: „Die Zweige und Äste, die in den Tümpeln liegen, dienen den Kaulquappen als Unterschlupf und als Schutz vor Krähen“, erklärt sie. 

Auch Rudolf Nützel von der Münchner Kreisgruppe des Bund Naturschutzes erklärt, dass das Totholz eine Funktion habe: „Es sieht zwar nicht sehr ansprechend aus, ist aber für den Schutz der Amphibien und ihres Laichs notwendig.“ cla

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