Trickbetrug boomt

Betrugsversuche auf dem Vormarsch: 4,3 Millionen Euro Schaden durch Täuschungsanrufe

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Enkeltrickanrufe, betrügerische Gewinnversprechen und vor allem Betrugsversuche durch falsche Polizeibeamte kommen im Norden immer häufiger vor.

Milbertshofen/Freimann -  „Mit Trickdiebstählen sind wir leider gesegnet“ - Der Sicherheitsbericht für das Jahr 2017 lieferte im Puncto Betrugsversuche schockierende Ergebnisse

„Sowohl Positives als auch Negatives“ hätte er zu sagen, erklärt Olaf Schleicher von der Polizeiinspektion Milbertshofen beim Sicherheitsbericht für das Jahr 2017 für die Bezirke Freimann und Milbertshofen. 

Dort ist 2017 die Zahl der Straftaten zwar um elf Prozent auf 5200 zurück gegangen. Vor allem bei den Wohnungseinbrüchen ist die Entwicklung gut. Hier gab es nur 50 Vorfälle. „Ein Rückgang von 53 Prozent“, sagte Schleicher. „Die Bürger können Zuhause sicher leben.“ 

Eines macht der Polizei aber Sorgen: „Mit Trickdiebstählen sind wir leider gesegnet.“ Enkeltrickanrufe, betrügerische Gewinnversprechen und vor allem Betrugsversuche durch falsche Polizeibeamte kommen im Norden immer häufiger vor. 2015 waren es in München noch 31 Fälle, bei denen sich Betrüger als Polizisten ausgaben, um Geld zu ergaunern. 2017 wurden bei der Polizei 3239 solcher Anrufe angezeigt, 40 Mal war die Masche erfolgreich. „Der Schaden betrug 4,3 Millionen Euro“, sagte Schleicher. „Es trifft vor allem Ältere, die um ihre Altersvorsorge gebracht werden.“ An die Täter heranzukommen, ist schwer. „Es sind hochorganisierte Banden mit Callcentern in der Türkei“, erläuterte Schleicher. Dennoch konnte die Münchner Polizei vergangenes Jahr 26 Täter festnehmen. 

Neben den Straftaten ging Schleicher in seinem Bericht auch auf die Verkehrssituation ein. Demnach sind 2017 in Milbertshofen und Freimann 3000 Unfälle mit 327 Verletzten passiert. Eine Person ist verstorben. „Die Unfallzahlen entsprechen ungefähr dem Vorjahresniveau“, so Schleicher. „Eine satte Steigerung“ gäbe es hingegen bei den Drogen- und Alkoholfahrten. Die Beamten erwischten 314 Verkehrssünder, 2016 waren es 252. Insgesamt stellte die Polizei 20 000 Verwarnungen aus – eine große Zahl, aber 6000 weniger als 2016. Der Grund: Die Polizei hat nicht mehr Personalkapazitäten zu Verfügung.

cla

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