Verschmutztes Grundwasser

Panzerwiese: Giftiger Schadstoff gefunden – Wasserwirtschaftsamt sucht Verursacher

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Die bisher höchste PFOS-Konzentration wurde im Grundwasser der Panzerwiese gemessen.

Experten sprechen von alarmierenden Werten: Im Bereich der Panzerwiese wurden deutliche spuren eines schwer abbaubaren Giftstoffs gefunden...

Am Hart – Sie gilt als beliebter Ort für Spaziergänge und Ausflucht aus dem Großstadtdschungel im Münchner Norden: Die Panzerwiese bei Neuherberg. Gerade im Sommer kann man hier verschiedenste Arten an Pflanzen und tierischen Bewohnern bestaunen.

In dem Naturschutzgebiet wurden jetzt vom Wasserwirtschaftsamt München (WWM) Messungen des Grundwassers bezüglich eines im Fluss Moosach nahe Freising entdeckten Giftstoffs, Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen alarmierende Werte: „In diesem Bereich konnte im Grundwasser ein ungewöhnlich hoher Wert von 0,14 Nanogramm pro Liter festgestellt werden“, sagt der stellvertretende Amtsleiter Stefan Homilius. Dieser Betrag sei erheblich höher als die in Freising gemessenen Werte. 

Nun gilt es, die Quelle zu finden: „Wir messen, seitdem wir in der Moosach erstmals Spuren des Schadstoffs gefunden haben. Die Suche hat uns immer weiter südlich geführt, bis wir den hohen Wert an der Panzerwiese entdeckt haben“, so Homilius weiter.

Die naheliegendste Vermutung bezüglich des Ursprungs führte zunächst zum nahegelegenen Euroindustriepark. Jedoch dürfe nicht voreilig geurteilt werden, warnt Homilius: „Wir werden in den nächsten Wochen weitere Messungen südlich des Frankfurter Rings durchführen, bis wir keine Rückstände mehr feststellen können. Erst dann können wir uns an die Ermittlung der Quelle und deren sofortige Versiegelung machen.“ Ein Schuldiger ist demnach noch nicht gefunden.

Benedikt Strobach

Der Giftstoff PFOS

Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) ist ein schwer abbaubarer Giftstoff. Bis 2010 wurde dieser in der Herstellung von verschiedensten Konsum- und Industrieprodukten benutzt, seitdem ist seine Verwendung verboten. Da sich der Schadstoff nur langsam abbauen lässt, kann er sich bei regelmäßiger Aufnahme im Gewebe ansetzen. „Die geringe Anreicherung ist zwar bis jetzt nicht gefährlich für Lebewesen, wegen der extrem langen Abbauzeit sollte jedoch trotzdem zeitnah gehandelt werden“, so Stefan Homilius.

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