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Arzt-Versorgung, „Daheim“-Gefühl und Mobilität: Die Ziele der neuen Seniorenvertretung in Milbertshofen-Am Hart

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Von: Benedikt Strobach

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Gabriele Tomsche, Helmut Jahraus und Christine Frenzel (v. li.) fordern ein besseres Reparatursystem für Aufzüge und Rolltreppen.
Gabriele Tomsche, Helmut Jahraus und Christine Frenzel (v. li.) fordern ein besseres Reparatursystem für Aufzüge und Rolltreppen. © Benedikt Strobach

Die Ärzte-Versorgung im Norden ist mangelhaft und die Mobilität muss verbessert werden. Die Seniorenvertretung will, dass sich die Menschen in Milbertshofen-­Am Hart wohlfühlen.

Sie vertreten die Interessen aller Münchner ab 60: die Mitglieder der Seniorenvertretung. Zu Beginn der neuen Amtszeit hat Hallo die neu oder wiedergewählten Beiräte getroffen – um über die Belange, Probleme oder Chancen in den jeweiligen Vierteln zu sprechen.

Ärzte, Mobilität und Banken - Neue Seniorenvertretung legt Fokus aufs Wohlfühlen in Milbertshofen-Am Hart

„Es gibt viel zu tun“, lautet das Fazit der neu gewählten Seniorenvertretung von Milbertshofen-­Am Hart zur Situation für Menschen über 60 im Bezirk. Verschiedene Themen sind den acht Vertretern wichtig.

„Die ärztliche Versorgung ist mangelhaft“, sagt Christine Frenzel. „Unsere Hausärzte sind hoffnungslos überfordert.“ Zwar sei München insgesamt überversorgt. Aber im Norden ist das anders.

Etwa 2200 Patienten kamen 2019 auf einen Hausarzt im elften Stadtbezirk, in Altstadt-Lehel waren es knapp 200. „Seit Jahren machen wir darauf aufmerksam, doch es tut sich nichts“, sagt die neue Seniorenbeirätin Stepanka Bretisch-Kacina.

Hier müsse die Kommune helfen. Frenzel betont: „Jeder Bezirk hat das Recht, ausreichend ärztlich versorgt zu sein.“

 München Klinik Schwabing
Die Arzt-Versorgung im Viertel – in Schwabing steht das nächste Krankenhaus – sei kritisch. © picture alliance/dpa

Auch die neuen Seniorenvertretungen in Schwabing-Freimann , Unterföhring, Feldmoching-Hasenbergl und Moosach wollen ihr Viertel verbessern.

Schlechte Ärzte-Versorgung im Münchner Norden - Neues Heim auf dem Oberwiesenfeld

Dass sich jahrelanges Engagement lohnen kann, weiß Gabriele Tomsche. „Wir bekommen endlich ein Senioren- und Pflegeheim im Quartier auf dem Oberwiesenfeld“, sagt sie. „Seit der Schließung des Zitaheims 2008 hatten wir keines mehr.“

Nun sei man teilweise erleichtert – es sei aber noch ein zweiter Standort im nördlichen Stadtteil nötig, betont Frenzel. „Hinter dem ehemaligen Weyprechthof läge eine geeignete Fläche.“

Ein Seniorenheim im Neubaugebiet (o) aber auch der Spielplatz am Fasaneriesee oder ein Bürger- und Kulturzentrum um das Pelkovenschlössl sind wichtige BA-Projekte.
Das geplante Seniorenheim am Oberwiesenfeld sei positiv. © Vis: OPES

Menschen sollen sich in Milbertshofen-Am Hart wohlfühlen

„Die Menschen sollen sich in ihren Vierteln wieder daheim fühlen“, sagt Helmut Jahraus. Dafür seien auch kurze Wege zu wichtigen Stellen, wie Banken oder der Post wichtig.

„Leider schließen Banken sowie die Post ihre Filialen und steigen auf digitalen Betrieb um“, erklärt Tomsche. Das sorge für längere Wege, zusätzliche Kosten – und neue Probleme: „Ältere Menschen sind im Digitalen nicht so fit. Für sie ist ein Bank-Service am Schalter wichtig“, betont sie. Die Sparkasse etwa habe einen Gemeinwohlauftrag, zu dem dieses Angebot zähle. „Der Filialrückgang muss gestoppt werden.“

Mobilität im Nahverkehr für Senioren muss attraktiver werden

Auch die Mobilität ist Thema: „Der öffentliche Nahverkehr muss attraktiver werden“, sagt Bretisch-Kacina. Dies könne durch einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets oder die Möglichkeit für Senioren, Bus und Bahn kostenlos zu nutzen, geschehen.

Alternativ schlagen die Vertreter ein 365-Euro-Ticket für Ältere vor. Für kaputte Rolltreppen oder Aufzüge sei ein verlässliches Reparatursystem nötig. „Man sollte genau wissen, wann wo Ausfälle sind und wie lange diese dauern“, sagt Tomsche. „Mobilitätseingeschränkte Personen sollen nicht auf die nächste Haltestelle ausweichen müssen.“

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