"Mein Geld sehe ich wohl nie wieder"

Hasenbergl: Rentner (90) wartet seit Monaten auf sein Pay-TV-Paket – Expertin gibt Tipps, wie man sich verhalten soll

Hasenbergl Kurt Schwuchow hatte sich so sehr gefreut, dank einem Pay-TV-Anbieter wieder die Spiele der Fußball-Bundesliga ansehen zu können. Die Saison startet am Wochenende – allerdings ohne den Hasenbergler. Der 90-Jährige wartet noch immer auf die Lieferung seines Pakets, das er bereits im Sommer letzten Jahres bestellt hat. Zusätzlicher Wermutstropfen: Die Kosten für das TV-Paket hat das Unternehmen bereits vom Konto des Rentners abgebucht. Per Telefon hat Kurt Schwuchow bei einem Münchner Pay-TV-Unternehmen seine Bestellung aufgegeben – „eine schriftliche Bestätigung habe ich aber nie erhalten“, sagt er. Deswegen habe es ihn gar nicht so sehr gewundert, dass das Paket nie kam. Als kürzlich aber fast 70 Euro von seinem Konto abgebucht wurden, sah der 90-Jährige rot: „Das ist eine Sauerei“, betont er. Nur weil er alt sei, „lasse ich mich nicht abzocken!“ Um sich zu wehren, hat Kurt Schwuchow einen Beschwerdebrief geschrieben – auf Antwort wartet er noch immer und befürchtet jetzt: „Ich werde wohl weder das Paket, noch mein Geld bekommen.“ Probleme mit Bestellungen bei Pay-TV- und Telekommunikationsunternehmen sind auch der Verbraucherschutzzentrale Bayern bekannt. Allerdings müsse nicht immer böse Absicht dahinterstecken, sagt Tatjana Halm, Referentin im Rechtsreferat der Zentrale. In Fällen wie dem von Kurt Schwuchow rät sie, zunächst das Geld von der Bank zurückbuchen zu lassen. „Das ist innerhalb von acht Wochen möglich“, erklärt die Expertin. Gleichzeitig sollte man den Anbieter auch schriftlich auffordern, innerhalb einer Frist von 14 Tagen der Lieferung nachzukommen. Das Schreiben, das per Einschreiben verschickt werden sollte, muss auch den Satz enthalten, dass man vom Vertrag zurücktrete, falls keine fristgerechte Lieferung erfolge. Tipps, die Kurt Schwuchow gern beherzigen würde – wäre der Aufwand nicht so groß. Der Rentner besitzt nur eine klapprige Schreibmaschine, das Tippen fällt dem 90-Jährigen schwer. So bleibt ihm nur die Hoffnung, dass das Unternehmen, das sich gegenüber Hallo München zum Fall nicht geäußert hat, auf seinen ersten Brief hin doch noch reagieren wird. Tanja Bitterer

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