Ärger im Anflug

Illegales Unterfangen? – Anwohner sind von Hobby-Drohnenpiloten genervt

+
Ein Streit zwischen Anwohnern und Hobby-Drohnenpiloten beschäftigt jetzt sogar den OB: Hoch hinaus will Drohnen-Fan Moritz Schwarz, während Anwohner Tobias Kreuzinger von den Flugrobotern genervt ist.

Sie sind klein, steigen in luftige Höhen und belästigen Anwohner der Kristallstraße in Ludwigsfeld: Drohnen. Wo das Problem liegt, wie man es lösen will...

München – Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurde jetzt die Polizei in der Siedlung Ludwigsfeld gerufen: Anwohner hatten sich über Lärm von Drohnen, also steuerbaren Flugrobotern, beschwert, die über dem früheren Areal des „SV Italia 1965“ am Schwabenbächl kreisen. 

Dort trainieren nämlich längst keine Kicker mehr, sondern an zwei Tagen in der Woche Hobby-Drohnenpiloten. Das kann nicht legal sein, vermuten die Anwohner.

Ist es aber doch, wie die Hallo-Recherche ergab. Die Flieger sind Untermieter des SV Italia. Auch die Polizei stellte trotz strenger Regeln für Drohnen im öffentlichen Raum im konkreten Fall „keine Verstöße in Form von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten“ fest, berichtet Polizei-Sprecher Deniz Bora. 

Drohnenflug über den Häusern?

Die genervten Anwohner sehen das anders: Sie behaupten, dass Drohnen verbotenerweise über ihre Häuser in der Kristallstraße geflogen sind und fühlen sich vom Lärm gestört. Ganz geräuschlos geht das Training der jungen Luftpioniere nämlich nicht über die Bühne. 

„Das ist schon ein nerviges Geräusch“, findet etwa Tobias Kreuzinger, Inhaber einer benachbarten Gärtnerei. „Uns ist das natürlich bewusst, deswegen sind wir auch nie an Sonn- und Feiertagen auf dem Platz und fliegen auch nicht zu hoch“, hält Moritz Schwarz vom „Munich FPV“ dagegen, dessen Mitglieder sogar internationale Bewerbe bestreiten. Er wollte eine diplomatische Lösung mit den Anwohnern erreichen, aber die hätten jedes Gespräch verweigert – und wenden sich stattdessen jetzt an Oberbürgermeister Dieter Reiter.

OB soll Abhilfe schaffen

In einem Schreiben fordert Viertel-Historiker Ewgenij Repnikov den Stadtchef auf, die Ruhestörung zu unterbinden und vermutet, dass der SV Italia, der Pächter der Fläche ist, gar keine Genehmigung für das Drohnen-Training erteilen darf.

„Alles rechtens“, betont Kicker-Vorstand Tonino Cannizzaro. Er versteht die Aufregung nicht: „Als wir früher dort noch Fußball gespielt haben, war der Lärmpegel viel höher!“

ado

Strenge Regeln für Drohnen

Innerhalb des Stadtgebietes gibt es aufgrund enger gesetzlicher Vorgaben kaum geeignete Orte für Flüge: In der Nähe von Krankenhäusern, Flugplätzen oder Kraftwerken sowie über fremden Wohngrundstücken müssen Drohnen am Boden bleiben. 

Erlaubt sind Flüge hingegen in vielen Parks, beispielsweise in Teilen des Olympiaparks oder des Englischen Gartens.

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

München
Die „Wilde Maus“ wird vom TÜV-Tester geprüft – Hallo war dabei
Die „Wilde Maus“ wird vom TÜV-Tester geprüft – Hallo war dabei
Zehn Verletzte bei Zimmerbrand in Wohnhaus: Neue Informationen zur Brandursache
Zehn Verletzte bei Zimmerbrand in Wohnhaus: Neue Informationen zur Brandursache

Kommentare