Bürgerbefragung

Nachverdichtung in Ludwigsfeld ist umstritten: Jetzt sollen die Anwohner mitreden

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Wie wird die Nachverdichtung in Ludwigsfeld künftig aussehen?

Die Nachverdichtung in Ludwigsfeld ist umstritten, deshalb kam auch der BA in seiner jüngsten Sitzung zu keiner Entscheidung - man möchte erst die Anwohner befragen.

Ludwigsfeld – Die von der Stadt München angedachte Nachverdichtung in Ludwigsfeld ist umstritten. Die Viertelpolitiker wollten bei der jüngsten Sondersitzung des Bezirksausschusses Feldmoching-Hasenbergl deshalb keine Entscheidung aus der hohlen Hand treffen. Erst sollen die Anwohner befragt werden.

2100 neue Wohnungen wären machbar

Ein Bürgerdialog sei ohnehin geplant, sagte eine Sprecherin des Planungsreferats bei der Sitzung. „Das ist ein erster von noch vielen Schritten, wir stehen bei der Planung erst ganz am Anfang.“ Doch diese Aussage reichte einigen BA-Mitgliedern nicht – zumal es bereits erste Untersuchungen gab, die 2100 zusätzliche Wohnungen für machbar halten (Hallo berichtete).

Rainer Großmann (CSU) erinnerte an das Jahr 2007: „Der damalige OB (Christian Ude – Anm. d. Red.) hatte versprochen, dass es keinen Bebauungsplan für Ludwigsfeld geben wird.“ Eine gewisse Weiterentwicklung sei sicher nötig, so Großmann. „Zuvor müssen aber die Bewohner befragt werden und ihre Zustimmung geben.“

BA-Chef Markus Auerbach (SPD) sieht indessen auch Chancen, auf den an der bestehenden Siedlung angrenzenden Flächen etwas zu entwickeln. „Das kann geschehen, ohne dass das zu Veränderungen im Bestand führt“, sagte er. Diesen Prozess könne man bereits anstoßen, weshalb man weiteren Untersuchungen zustimmen könne.

Ähnlich sah dies auch Klaus Mai (SPD). Ludwigsfeld sei ein eigener Kosmos in Insellage, der aber erhebliche Mängel aufweise. „Über Untersuchungen zur Infrastruktur oder zur Entlastung vom Schwerlastverkehr lohnt es sich deshalb nachzudenken“, sagte Mai. Dem wollte Großmann zwar nicht widersprechen. Er meinte aber: „Wir haben so viel Zeit, vorher mit den Ludwigsfeldern zu sprechen.“ Dann tue man sich auch leichter, weiteren Untersuchungen zuzustimmen.

„Erst die Bürger, dann die Stadt“

Max Bauer (CSU) hielt es für wichtig, dass sich auch die Anwohner intern zusammensetzen und darüber reden, was Veränderungen für eine Bedeutung haben können. Man solle nichts von Seiten der Stadt aufdiktieren. „Erst die Bürger, dann die Stadt“, betonte er. Christine Lissner (Grüne) ergänzte: „Man darf die Ideen der Bürger aber nicht nur anhören, man muss sich auch berücksichtigen.“

Während Mai dafür plädierte, weiteren Untersuchungen mit einem leicht modifizierten Beschluss zuzustimmen, forderte die CSU-Fraktion einen ablehnenden Beschluss. Auerbach machte letztlich den Kompromissvorschlag, der einstimmig angenommen wurde: „Wir vertagen einen Beschluss auf unbestimmte Zeit.“ Vorher sollen die bereits erfolgten Untersuchungen und ihre Ergebnisse den Viertelbewohnern in einer Veranstaltung vorgelegt und die Ludwigsfelder nach ihrer Meinung befragt werden. Andreas Daschner

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