Nachbarn fürchten mehr Lärm durch zusätzlichen Hügel

Voll in Fahrt: Das sind die Pläne für die MAN-Teststrecke 

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Die Teststrecke von MAN liegt nördlich der A99 – links oben im Bild sieht man die Anschlussstelle Ludwigsfeld.

Ludwigsfeld – Sie wird zwar nicht erweitert – aber künftig häufiger und intensiver genutzt: die MAN Teststrecke an der Karlsfelder Straße. Bald werden Busse dort an einem Hügel weitaus mehr anfahren

Die MAN will ihre Teststrecke an der Karlsfelder Straße 260 umbauen. Alle Lärm- und Abgasrichtlinien würden eingehalten, beteuerten Unternehmensvertreter jetzt bei der Vorstellung des Projekts – doch einige Anwohner und Bezirksausschuss-Mitglieder sind skeptisch.

Derzeit gibt es an der Strecke drei Hügel und eine Rückfahrstraße. „Daraus machen wir vier Hügel“, erklärte Streckenleiter Günther Aigner. Der Anfahrtshügel soll asphaltiert werden, außerdem sind Gabionen – mit Steinen gefüllte Drahtkörbe – in Abgrenzung zur Nachbarschaft geplant. „Dadurch wird der Lärm reduziert“, beteuerte Aigner. Stärker sei die Belastung durch den dritten Hügel, der einen Schotterbelag bekommt. „Aber auch hier werden alle Grenzwerte eingehalten“, so Aigner.

Zahl der zulässigen Testfahrten an Hügeln verdoppelt sich

Die Teststrecke soll wie bisher werktags von 7 bis 20 Uhr in Betrieb sein. Allerdings wird es künftig bis zu 50 statt bisher maximal 25 Hügel-Testfahrten pro Tag geben. Reduziert wird jedoch die Zahl der Rundkursfahrten im äußeren Ring: Bisher waren es 75 300 Runden pro Jahr, künftig werden es maximal 74 000 Runden sein. „Um die Fahrten zu verringern, verbinden wir Testtage und Eventtage miteinander“, sagt Aigner. An maximal 170 Werktagen werden bis zu 200 Testrunden gefahren, an bis zu 100 weiteren Werktagen bis zu 400 Testrunden.

Andreas Rusp vom TÜV Süd hat in einem Gutachten untersucht, welche Auswirkungen die Änderungen zum Beispiel auf die Luftreinhaltung und den Lärmschutz haben werden. „Wir haben eine konservative Beurteilung gemacht“, erklärte er. Das heißt, man sei von sehr schlechten Werten ausgegangen. In allen Bereichen seien aber selbst dann die Richtwerte „deutlich unterschritten“ worden. Auch die Auswirkungen auf das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Allacher Forst und Angerlohe“ seien nur „geringfügig“. „Der Abstand dazu ist groß“, erklärte Rusp.

MAN geht zwar auf Anwohner zu – deren Sorge vor mehr Lärm bleibt

Einige Anwohner und Bezirksausschussmitglieder (BA) haben jedoch Bedenken. Christine Lissner von der Grünen-Fraktion im BA Feldmoching-Hasenbergl fragte noch einmal genauer nach, wie es mit der Belastung durch Staub und Stickstoff aussieht. Alle Werte lägen „deutlich unter den Bagatellmassen“, so Rusp. Lissner aber bleibt skeptisch: „Ich bezweifle, ob die Werte dann auch tatsächlich so im Regelbetrieb zutreffen“, sagte sie. „Immerhin handelt es sich nur um Prognosen.“ Sie fordert außerdem häufigere Lärmmessungen.

Dieses Thema sprachen auch mehrere Bürger an. Ein Anwohner, der westlich der Teststrecke wohnt, beklagte, dass die Belastung bei Ostwind sehr hoch sei. Einen anderen stören vor allem die Fahrten am Samstag. „Es ist schon jetzt gravierend“, erklärte er. Laut Aigner sei die MAN bemüht, samstags „den Betrieb so weit zu reduzieren, wie die betrieblichen Belange es zulassen“. Konkrete Zahlen dazu könne er jedoch nicht nennen. Auch bei den großen Events sei man bemüht, den Bürgern entgegenzukommen. „Wir halten alle Bestimmungen ein“, beteuerte Aigner mehrfach.

So lange das der Fall ist, wird die Teststrecke auch genehmigt werden. „Bei der Entscheidung gibt es kein Ermessen für die Behörde“, erklärte Christian Heindl vom städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU). Noch bis Donnerstag, 28. Februar, liegen die Unterlagen zur Einsicht im RGU aus. Bis 14. März sind Einwendungen möglich. Im Juni 2019 fällt voraussichtlich die Entscheidung über die Genehmigung.

Claudia Schuri

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