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Neue Erkenntnisse aus dem alten Viertel

Ludwigsfeld-Gefühl: Kulturwissenschaftlerin erforscht die Geschichte der Siedlung

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Libuše Hannah Veprek (26) ist Studentin der Empirischen Kulturwissenschaft.

Jedes Viertel hat seine Charakteristika und Geheimnisse. Die Kulturwissenschaftlerin Libuše Hannah Veprek (26) erforscht die Besonderheiten Ludwigsfelder Siedlung – mit spannenden Erkenntnissen...

„Lu-Town 24“: Dieser Schriftzug an den Wänden und Fenstern der ehemaligen Kantine des einstigen Bundesauswandererlagers in der Siedlung Ludwigsfeld ist Libuše Hannah Veprek (26) bei ihrem ersten Besuch am meisten aufgefallen. Und schon war der Forscherdrang der Studentin der Empirischen Kulturwissenschaft geweckt. 

„Ich habe mich damals gefragt, woher die starke Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil kommt.“ Inzwischen weiß sie es und teilt ihre Entdeckungen ab Mittwoch, 15. Mai, mit den Besuchern einer Ausstellung und den Lesern ihrer Masterarbeit.

Zusammengefasst ist es „die Vielschichtigkeit der verschiedenen historischen Schichten, die sich gegenseitig beeinflussen und die auch nur zusammen funktionieren“. Das macht ihrer Meinung nach das „Ludwigsfeld-Feeling“ aus. 

Dieser Ort hat für Libuše Hannah Veprek besonderen Symbolcharakter: die „Rollschuhplatte“ auf dem Fundament einer ehemaligen KZ-Baracke.

Ein typisches Beispiel dafür ist für die 26-Jährige die „Rollschuhplatte“. Die einstige Bodenplatte einer Baracke des KZ-Außenlagers Allach ist heute Spiel- und Festplatz der Siedlung – und für Veprek „ein vielsagender Ort, weil er diese Gleichzeitigkeit verschiedener Zeiten symbolisiert“.

Dazu kommt die ganz spezielle Geschichte und Entwicklung der Siedlung: Von 1943 bis 1945 befand sich dort ein Außenlager des KZ Dachau. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die Alliierten auf dem Gelände heimat- und staatenlose Kriegsflüchtlinge unter. Ab 1952 wurde für bis zu 4000 Menschen aus über 20 Nationen eine dauerhafte Siedlung errichtet. 

„Die erste Generation war sehr gemischt, die starke Identifikation entwickelte sich dann in der zweiten Generation.“ Die Stadt habe die Siedlung damals vergessen. „Die Bewohner wurden lange sich selbst überlassen. Das hat sie zusammengeschweißt.“ So die Erkenntnis der Studentin nach vielen langen Gesprächen mit zahlreichen Bewohnern.

Erst der Streit um den 2007 besiegelten Verkauf der früher bundeseigenen Wohnungen und die Funde menschlicher Überreste auf dem ehemaligen KZ-Gelände in jüngster Zeit (Hallo berichtete) machten auf das Viertel im westlichsten Teil des 24. Stadtbezirks Feldmoching-Hasenbergl aufmerksam. Auch die bei Eching aufgewachsene Studentin hatte bis zu einem Forschungsprojekt über Wohnen in München 2015 nie davon gehört. Über Bekannte lernte sie dann Ludwigsfelder und mit der Zeit die ganze Siedlung kennen. 2018 widmete sie den „(Un-)Gleichzeitigkeiten eines Münchner Viertels“ ihre Masterarbeit. Diese wird zur Ausstellung im Mai als Buch erscheinen.

„Ich möchte auch aufzeigen, was den Menschen hier wichtig ist“, erklärt die Kulturwissenschaftlerin, aktuelle Belange inklusive. Dazu gehören aus ihrer Sicht ein Treffpunkt fürs Viertel und eine würdige Form des Gedenkens und Erinnerns.

Ursula Löschau

Ausstellung und Kulturtage

Auch die frühere Kantine des Bundesauswandererlagers in der Siedlung Ludwigsfeld hat Symbolcharakter für das Viertel.

Die Ausstellung „München-Ludwigsfeld: Dorf – KZ-Außenlager – Stadtviertel“ ist von Mittwoch, 15. Mai, bis Freitag, 21. Juni, im Evangelischen Bildungswerk, Herzog-Wilhelm-Straße 24/III, zu sehen. Vernissage ist am Dienstag, 14. Mai, ab 18 Uhr. 

Geöffnet ist bei freiem Eintritt jeweils montags, dienstags, mittwochs von 8.30 bis 12 und 13 bis 15 Uhr sowie donnerstags 12.30 bis 16 Uhr. Gezeigt werden neben Vepreks Forschungsergebnissen viele Fotos und Leihgaben von Bewohnern.

Von Freitag, 10., bis Sonntag, 12. Mai, finden zudem Kulturtage in Feldmoching-Hasenbergl statt. Auch in Ludwigsfeld gibt es einige Veranstaltungen. Das ganze Programm gibt es unter: www.kulturtage-muenchen.de

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