Kosten im fünfstelligen Bereich

Ludwigsfeld: Baum fällt von Bahn-Gelände auf Wohnwagen und verursacht hohen Schaden - DB verweigert Zahlung

Im Februar 2019 stürzte ein Baum auf den Wohnwagen von Martin Soller und verursachte einen Schaden von 8644 Euro. Zusammen mit Anwalts- und Gutachtenskosten beläuft sich die Schadenssumme mittlerweile auf über 10.000 Euro.
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Im Februar 2019 stürzte ein Baum auf den Wohnwagen von Martin Soller und verursachte einen Schaden von 8644 Euro. Zusammen mit Anwalts- und Gutachtenskosten beläuft sich die Schadenssumme mittlerweile auf über 10.000 Euro.
  • Benedikt Strobach
    vonBenedikt Strobach
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Im Februar 2019 stürzte ein Baum auf den Wohnwagen von Martin Soller und verursachte einen hohen Schaden. Die DB weigert sich jedoch, den Schaden zu bezahlen.

  • Im Februar 2019 stürzte ein Baum von einem Bahn-Gelände auf den Wohnwagen von Martin Soller am Campingplatz Nord West in Ludwigsfeld.
  • Dabei entstand ein hoher Schaden.
  • Die DB verweigert die Zahlung und erklärt ihre Gründe.

Ludwigsfeld - Zwischen 2017 und 2020 besaß Martin Soller einen Wohnwagen-Stellplatz auf dem Campingplatz Nord West in Ludwigsfeld. Lange Zeit gab es auch keinerlei Probleme dort, seit Anfang 2019 ist das jedoch anders – und teuer geworden für den 39-Jährigen.

Ludwigsfeld: Baum fällt auf Wohnwagen und verursacht hohen Schaden - DB verweigert Zahlung

„Im Februar ist ein etwa 25 Meter hoher Baum vom angrenzenden Steilhang entwurzelt und auf meinen Wohnwagen gefallen“, berichtet der Regensburger. Der entstandene Schaden: 8644 Euro.

Da der angrenzende Damm und der Baum sich auf einem Gelände der Deutschen Bahn (DB) befinden, wendete sich Soller an diese. Nach mehreren Telefonaten wurde der Baum zwar entfernt, der Streit ging dann jedoch erst los. „Die DB weigert sich seitdem, die Kosten für den entstandenen Schaden zu übernehmen. Ihre Begründung: Es sei höhere Gewalt gewesen, da könne man nichts machen“, erklärt der Betroffene verärgert. Er habe sich den Hang deshalb im letzten Sommer angesehen. „Auch an anderen Stellen sind Bäume umgefallen oder entwurzelt. Das Problem ist also nicht witterungsbedingt.“

Der Besitzer des Wohnwagens, Martin Soller.

Am meisten störe ihn die Gefahr der Situation: „Es könnte jederzeit wieder ein Baum am Hang entwurzeln und auf einen Wohnwagen oder auch einen Menschen fallen. Trotzdem unternehmen weder DB noch Stadt etwas.“ Dass ein Steilhang mit großen Bäumen direkt neben einem Campingplatz platziert werde, sei für ihn unverständlich. „Hier könnte ein Planungsfehler der Stadt vorliegen“, vermutet Soller.

Ludwigsfeld: Baum fällt auf Wohnwagen und verursacht hohen Schaden - Eigentümer ist für Verkehrssicherheit zuständig

Das weist Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferats auf Hallo-Nachfrage zurück: „Die Landeshauptstadt München war hier weder die Genehmigungsbehörde noch handelt es sich um eine Planung der Stadt.“ Für die Verkehrssicherheit der Bäume auf Grundstücken seien deren Eigentümer, in diesem Fall die DB, verantwortlich, so Trömer weiter.

Ein Sprecher der Bahn erklärte auf Hallo-Nachfrage, dass der gemeinte Baum gesund war. „Der Baum, der bei dem Vorfall im Jahr 2019 umstürzte, war weder krank noch morsch. Durch sehr hohe Schneemengen wurde er durch die Last offenbar entwurzelt.“ Dies sei nicht vorhersehbar gewesen und als Folge von außergewöhnlich starkem Schneefall anzusehen. „Gehäufte Baumstürze waren und sind uns an dieser Stelle nicht bekannt“, ergänzt der Sprecher.

Große Chancen auf Schadenszahlung braucht sich Soller also nicht machen, wie auch Professor Stephan Lorenz, Leiter des LMU-Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, Hallo erklärt: „Der Betroffene muss der DB nachweisen, dass sie gewusst habe, dass der Baum einsturzgefährdet ist.“ Dann läge eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vor. „Wäre ich sein Anwalt, würde ich ihm ohne diesen Nachweis vom Rechtsstreit abraten.“

Große Chancen auf einen Rechtsspruch rechnet sich Soller auch nicht mehr aus. „Ich hoffe aber, dass Stadt oder DB durch meinen Fall wenigstens sehen, dass die Situation geprüft werden muss.“

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