Lehmrausch in Unterföhring

Im Bürgerhaus Unterföhring wurde jetzt die ortshistorische Ausstellung „Lehmrausch in Unterföhring. Menschen, Arbeit und Technik in Unterföhringer Ziegeleien“ eröffnet. Zu sehen sind die Exponate, die das gleichnamige Buch von Anita Kuisle und Ingrid Scharl ergänzen, bis 26. Februar im Foyer und im ersten Stock des Bürgerhauses.

Bürgermeister Franz Schwarz betonte bei der Eröffnung, dass die Ausstellung weit mehr sei als nur eine begleitende Schau zum Buch. Sowohl das Ringofen-Modell, das der Gemeinde vom Ziegel- und Kalkmuseum Flintsbach der Gemeinde Winzer freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, als auch die historischen Hand- und Vollziegel sowie moderne Mauersteine zum Anfassen - eine Leihgabe der Ziegelei Anton Harnrieder - veranschaulichen den Herstellungsprozess und den fertigen Baustoff eindrucksvoll. Ein besonderer Schatz erwarte die Besucher zudem mit der Aufbereitung des Stummfilms von 1958, der die tägliche Arbeit in den Unterföhringer Ziegeleien eindrucksvoll illustriere. Zu verdanken ist dieses eindruckvolle Filmdokument der Unterföhringer Laienspielgruppe, die damals ein professionelles Medienunternehmen damit beauftragte, ein filmisches Porträt von Unterföhring zu erstellen. Unter anderem zu sehen sind alle Arbeitsschritte der Ziegelproduktion – vom Schürfen in der Lehmgrube bis zum Verladen der fertigen Ziegel. Nach der musikalischen Darbietung von Maria Andersohn (Violine) und Athanasia Kechagia (Akkordeon und Klavier) der Unterföhringer Musikschule ließ die Kuratorin der Ausstellung Anita Kuisle in ihrer Rede die Zeit der großen Unterföhringer Ziegeleien wieder lebendig werden. Sie berichtete anschaulich von der körperlichen Schwerstarbeit in den Unterföhringer Ziegeleien, die häufig von Frauen erledigt wurde, und gab nebenbei noch einen regelrechten Praxiskurs in Ziegelherstellung. Anschließend konnten die vielen Zeitzeugen, die sich unter den Gästen befanden, bei einem Rundgang in Erinnerungen schwelgen. Einige der Besucher erkannten auf den ausgestellten Bildern der Ziegelei-Belegschaften Verwandte oder Bekannte und so kam es zu interessanten Gesprächen über die Vergangenheit des heutigen „Mediendorfes“. Rahmenprogramm zur Ausstellung Führungen durch die Ausstellung mit der Kuratorin Anita Kuisle finden am Mittwoch, 8. Februar, um 15 Uhr und am Mittwoch, 22. Februar, um 17 Uhr statt. Treffpunkt ist jeweils im Foyer des Bürgerhauses. Eine Ortsführung zu den Standorten der Ziegeleien findet am Samstag, 25. Februar. Treffpunkt ist um 14 Uhr im Foyer des Bürgerhauses). Bei schlechtem Wetter findet alternativ dazu ein Vortrag im kleinen Saal des Bürgerhauses statt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei.

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