Hartmannshofer Straße

Was von der Siedlung übrigblieb...

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Trauriger Anblick: Die meisten Kleingärtner sind mit dem Abriss fristgerecht fertig.
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Trauriger Anblick: Die meisten Kleingärtner sind mit dem Abriss fristgerecht fertig.
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Trauriger Anblick: Die meisten Kleingärtner sind mit dem Abriss fristgerecht fertig.
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Trauriger Anblick: Die meisten Kleingärtner sind mit dem Abriss fristgerecht fertig.

18 Kleingärten in der Hartmannshofer Straße wurden fristgerecht abgerissen. Lediglich drei stehen noch.

Was bleibt von der Leichtigkeit? Von der Erholung in der Natur? Von bis zu 40 Jahren Freude im Kreis der eigenen Familie? Schutt. Und ein verlassen stehender Ofen. So sieht es zumindest an der Hartmannshofer Straße aus, wo 21 Kleingärtner bis zum 30. November das Grundstück räumen mussten; die Eigentümer des Grundstücks wollen auf der Fläche sieben Wohnhäuser bauen. Doch nicht alle wollen sich dem beugen, was das Oberlandesgericht entschied, drei Gärten stehen noch.

„Da wird es noch Probleme geben“, fürchtet Karl-Heinz Bendner als Geschäftsführer der Bahn-Landwirtschaft, die zuletzt Hauptpächter des Areals war: „Jetzt ist es Angelegenheit der Eigentümer, was sie tun wollen, wenn einige Kleingärten auch nach der Frist weiterhin stehen.“ Eigentümer ist eine private Grundstücksgemeinschaft, deren Mitglieder über Deutschland verteilt leben. Und die jetzt drohenden Probleme gehen alle Beteiligten etwas an. Denn den Abriss aller Anbauten und Anpflanzungen mussten die Kleingärtner selbst übernehmen und aus eigener Tasche bezahlen. „Nicht jeder hat 5000 Euro, die so etwas schnell kostet, einfach so auf dem Konto liegen“, erzählt Klaus Prüll, der als Vorstand des Unterbezirks München-Laim der Bahn-Landwirtschaft den kompletten Prozess mitverfolgte – und in vielen Fällen mit Rat und Tat half. Und die finanzielle Ablösung lässt noch auf sich warten. „Die Eigentümer wollen die Fläche im Gesamten übernehmen, wenn alles geräumt ist. Erst dann fließt das Geld – auch für alle, die jetzt schon fertig sind“, erklärt Prüll.

Doch nicht nur finanzielle Wunden müssen an der Hartmannshofer Straße heilen. „Zum Teil haben Menschen hier 40 Jahre die schönsten Stunden ihres Lebens verbracht. Mit Menschen, die vielleicht mittlerweile gestorben sind. Und all das mussten sie nun mit den eigenen Händen abreißen. Natürlich sind da viele Tränen geflossen. Ich denke, die muss man auch einfach zulassen“, sagt Prüll. Elf der 21 Kleingärtner haben mittlerweile einen neuen Garten bekommen. Die anderen fühlten sich zu alt. Manche wollten auch kein Risiko eingehen, solch einen Abriss noch einmal bewältigen zu müssen. Marco Heinrich

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