Angespannte Betreuungssituation an der Burmesterschule

Kein Hort für unsere Kinder?

 Wer soll unser Kind betreuen? Diese Frage stellen sich Kathrin und Denny Krulig (beide 40, Foto) derzeit – ihre Tochter Vanessa kommt nächstes Schuljahr in die Grundschule an der Burmesterstraße. Aber es gibt nur 38 freie Hortplätze bei 110 Bewerbungen. Wie der BA Schwabing-Freimann der Stadt Druck macht, warum bisher nichts passiert ist

Fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen: Familie Krulig.

Freudestrahlend zeigt Vanessa Krulig ihren nagelneuen Schulranzen. Die Fünfjährige kann es kaum erwarten, bis es endlich September ist – auf einem Blatt, das am Kühlschrank hängt, zählt sie sogar schon die Tage bis zum Schulanfang. Ein bisschen mehr als 100 fehlen noch, bis sie die Burmesterschule in Freimann das erste Mal mit ihrer Schultüte im Arm betreten wird. Während Vanessa sich freut, stehen ihre Eltern vor einem großen Problem: Vanessa ist eines von vielen Kindern, das noch keine Zusage für einen Platz in dem an der Schule angegliederten Hort bekommen hat. Wenn das nicht klappt, gleicht das für Kathrin und Denny Krulig einer Katastrophe.

„Wir leben in einer Stadt, in der beide Elternteile Vollzeit arbeiten müssen, um den Lebensunterhalt zu zahlen“, ärgert sich Denny Krulig. „Meine Frau müsste ihren Job aufgeben, wenn wir keine Betreuungsmöglichkeit für Vanessa finden.“ Besonders ärgerlich: Die Kruligs haben sich 2004 ihren Wohnort in Freimann vor allem wegen der Nähe zu der Schule an der Burmesterstraße ausgesucht. Aber bereits bei der Betreuung von Vanessas älterem Bruder Vincent (11) gab es Probleme. „Damals haben wir für unseren Sohn nur einen Kontingentplatz im Hort bekommen“, sagt Kathrin Krulig, die als Zustellerin bei der Deutschen Post arbeitet.

Zusammen mit mehreren betroffenen Eltern und Hans Hofmann, dem Vorsitzenden des Elternbeirats der Grundschule an der Burmesterstraße, hat Denny Krulig seine Sorgen dem Bezirksausschuss Schwabing-Freimann bei seiner jüngsten Sitzung vorgetragen. Dem BA des zwölften Stadtbezirks ist das Betreuungsproblem an der Schule nicht unbekannt. Bereits im Schuljahr 2013/14 erreichen das Stadtteilgremium Hilferufe verzweifelter Eltern. Bei der jüngsten Sitzung wurde ein Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, in dem gefordert wird, dass die Stadt sich dringend um das Betreuungsproblem an der Burmesterschule kümmern soll – um wiederholt Druck auszuüben. Damit „berufstätige Eltern nicht gezwungen werden, ihre Arbeit aufzugeben“, heißt es in dem von Marianne Weinzierl verfassten Antrag. „Es kann doch nicht sein, dass nach nunmehr vier Jahren immer noch keine Aufstockung der Plätze erfolgt ist.“

Der tatsächliche Bedarf für Hortplätze sei noch nicht ermittelt, heißt es vom Referat für Bildung und Sport. Dem Elternbeirat der Burmesterschule sind aber ein paar Zahlen bekannt: Von 110 Bewerbungen auf nur 38 verfügbare Plätze ist die Rede – die Warteliste ist unendlich lang. „Wir fühlen uns von der Stadt völlig im Stich gelassen“, sagt Denny Krulig. Etwas anderes als abwarten bleibt der Familie aber vorerst nicht übrig. sfl

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