Kein Faschingsscherz: Der Boandlkramer als König der Narren

Thomas Plocher als Boandlkramer. Auch heuer wird der „Tod“ den amtierenden Prinzen Robert IV. (re.) 24 Stunden begleiten – bis zur „Beerdigung“... Foto: MFC

Einmaliger Moosacher Brauch: Der "Tod" begleitet die Prinzen bis zum Kehraus

Moosach Jeder will einmal Boandlkramer sein – beim Moosacher Faschingsclub (MFC) ist der Tod die begehrteste Narrenrolle. „Bei uns stehen die Männer Schlange, um in das Kostüm zu schlüpfen“, erklärt Thomas Plocher, der 2001 mit MFC-Präsidenten Bernhard Vilgertshofer und Freunden die „Gesellschaft Moosacher Boandl­kramer“ (GmbK) ins Leben gerufen hat. Der narrische Sensenmann – nach zehn Jahren eine ureigene Faschingstradition, obwohl der Boandlkramer nur 24 Stunden mit von der Partie ist: Er gibt dem Prinzen von Rosenmontag bis zur „Beerdigung“ beim Kehraus das letzte Gaudi-Geleit. „Am Abend des Rosenmontags erscheint der Boandlkramer dem Prinzen und folgt ihm dann überall hin, übernachtet sogar bei ihm“, so Plocher. Der 41-Jährige hatte 2004 seinen großen Auftritt als Tod – nur einmal darf man die begehrte Rolle spielen und sie mit Phantasie variieren. „Ich habe meine Figur 2008 als Pirat à la Jack Sparrow angelegt“, erzählt Vilgertshofer. Die „Ehemaligen“ werden in die GmbK aufgenommen – heuer stößt der elfte Gefährte zu dem Kreis. Wer den Gevatter spielt, ist noch geheim – fest steht jetzt schon, dass er Prinz Robert IV. ordentlich mit Kerschgeist abfüllen und ihn am Faschingsdienstag kurz vor Mitternacht in Gut Nederling in einer Badewanne „begraben“ wird – sprich: mit Noagerln übergießt. Ein Ritual, das immer beliebter wird – 2010 hat der MFC sogar extra den „Boandlkramerball“ ins Leben gerufen. „Letztes Jahr kamen viele Narren als Zombies verkleidet.“ Dieses Jahr wird das Fest wieder am Rosenmontag stattfinden – ab 19 Uhr im Moosacher „Alten Wirt“. Maren Kowitz

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