Landkreis München

Kampf gegen den Verkehr in Unterföhring

+
In Unterföhring sind es zwar noch nicht so viele Autos unterwegs wie auf dem Bild - dennoch ist der verkehr ein Hauptanliegen der Bürger.

Unterföhring: Auf der Bürgerversammlung wurde nochmals der Autobahn-Südring gefordert. Zudem wurde eine Untertunnelung beschlossen.

471 Millionen Euro Rücklagen, null Euro Schulden, ein neuer Sportpark und ein 138 Millionen Euro teurer Schulcampus: Der Gemeinde Unterföhring geht es gut. Doch trotz allem gibt es ein Problem, das die Bürger beschäftigt: der Verkehr. Bei der Bürgerversammlung drehten sich gleich mehrere Anfragen um die Frage, wo denn die immer mehr werdenden Autos künftig hin sollen.

Von der Mitterfeldallee bis hinter dem Isarkanal könnte der Tunnel durch Unterföhring verlaufen.

Zwei Ideen, um das Problem zu lösen, brachte Josef Trundt als Sprecher der Agenda21 vor. Zum einen forderte er erneut den Autobahn-Ringschluss. Das Projekt „Südring“ ist hochumstritten: Die Gemeinden im Süden des Landkreises München sind dagegen, die nördlichen Gemeinden wie Unterföhring jedoch erhoffen sich dadurch eine Verkehrsentlastung. „Dass der Südring gecancelt wurde war eine chronische Sauerei“, beschwerte sich Trundt. „Es geht um unsere Lebensqualität, die wird vernachlässigt.“ 

Tatsächlich ist der Südring erst einmal aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen, wie Landrat Ernst Weidenbusch erklärte: „Eine Entlastung von 19 600 Autos pro Tag reicht nicht aus“, sagte er. Laut einem Gutachten würde der Bau des Rings mehr als 1,2 Milliarden Euro kosten. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei da zu schlecht. „Alle fünf Jahre wird es neu überprüft“, versprach er. „Das Problem ist auch, dass wir überhaupt nicht absehen können, wie viele Autos es noch werden.“

Um gerüstet zu sein, hat der Gemeinderat Unterföhring im Frühjahr einen Tunnel unter der Münchner Straße zwischen der Mitterfeldallee und der Bauhofstraße beschlossen. 2,4 Kilometer lang soll der Tunnel zur Entlastung der Münchner Straße werden. „Es gibt zwei Spuren unten durch und eine Spur oben“, erklärte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer.

Trundt regte an, den Tunnel weiter Richtung Süden zu verlängern. „Wir sollten ein bisschen weiter denken, ob man den Anschluss nicht direkt an den Ring macht“, sagte er. „Sonst ziehen wir den Verkehr wieder nach Unterföhring rein.“

Bürgermeister Kemmelmeyer dagegen verwies auf ein Gutachten, in dem ein Verkehrsexperte die vom Gemeinderat beschlossene Lösung vorschlug. Einigkeit herrscht bei dem Thema aber auch im Gremium nicht. „Es wurde sehr kontrovers diskutiert“, sagte er. cla

Auch interessant:

Kommentare