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Kalmücken-Tempel vor dem Aus

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Er hält den kleinen Tempel in Schuss: Nimgir Bemejew.	Fotos: bit
Er hält den kleinen Tempel in Schuss: Nimgir Bemejew. Fotos: bit

Ludwigsfeld: Nach der Sanierung steigen die Mieten – buddhistische Gemeinde in Finanznot Ludwigsfeld

Der Dalai Lama war schon hier – zweimal hat das Oberhaupt der Buddhisten den kleinen Kalmücken-Tempel in Ludwigsfeld besucht. Ein weiteres Mal ist allerdings unwahrscheinlich, denn der kleinen Gemeinde droht eine Mieterhöhung – und das würde das Aus für den Tempel bedeuten. Den Schatz der Kalmücken hütet Nimgir Bemejew – seit 18 Jahren. Die Aufgabe hat er von seinem Vater übernommen, der den Tempel mitgründete. Das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals haben die Kalmücken, ein mongolischer Stamm aus Russland, an der Seite der Deutschen gegen die Russen gekämpft. Nach dem Krieg gingen viele Kalmücken nach Deutschland. Heute sind nur noch 20 von ihnen in und um München übrig, meint Nimgir Bemejew. An die zehn Mal im Jahr kommen sie in dem kleinen Tempel zusammen. Er befindet sich in einem Zimmer eines alten Siedlungshauses (kl. Foto) in der Rubinstraße. Das Gebäude wird jetzt im Zuge der umfassenden Siedlungssanierung erneuert – es bekommt unter anderem neue Fenster und wird an die Gaszentralheizung angeschlossen. Einher geht damit eine Mieterhöhung: Derzeit zahlen die Kalmücken 190 Euro, nach der Sanierung wären es 360 Euro. Geld, das die kleine Gemeinde wahrscheinlich nicht aufbringen kann. Und ob die Patrizia Immobilien AG, die die Siedlung 2007 vom Bund gekauft hat, noch einmal ein Auge zudrückt, ist unwahrscheinlich: „In den letzten vier Jahren sind wir der Gemeinde bereits entgegengekommen und haben die Miete für die von ihr genutzte Wohnung nicht erhöht“, sagt Unternehmens-Sprecher Andreas Menke. Nimgir Bemejew hat derweil schon alle Mitglieder angeschrieben. „Vielleicht kann der ein oder andere noch ein paar Euro mehr bezahlen“, hofft er. Wenn nicht, bedeutet das das Aus für den Tempel – und für einen von Münchens letzten Tempelwächtern... Tanja Bitterer

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