Jahresvorschau für die Viertel

Das wird neu in München-Nord – Die BA- und Gemeinde-Chefs exklusiv in Hallo

2021 sollen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn am Frankfurter Ring vorliegen. Diese werden in den Vierteln in München-Nord und der Gemeinde Unterföhring bereits hoffnungsvoll erwartet.
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2021 sollen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn am Frankfurter Ring vorliegen. Diese werden in den Vierteln in München-Nord und der Gemeinde Unterföhring bereits hoffnungsvoll erwartet.
  • Benedikt Strobach
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Bau, Verkehr, Kultur, Umwelt: Was 2021 für Moosach, Milbertshofen-Am Hart und Feldmoching-Hasenbergl in München sowie die Gemeinde Unterföhring bringt.

  • Das Jahr 2020 ist vorüber, 2021 hat begonnen.
  • Die BA-Vorsitzenden aus Moosach, Milbertshofen-Am Hart und Feldmoching-Hasenbergl sowie der Bürgermeister von Unterföhring verraten, was im neuen Jahr ansteht.
  • Die Jahresvorschau für München-Nord...

München-Nord - Das Jahr 2020 ist vorüber, 2021 hat begonnen. In Hallo haben sich die BA-Vorsitzenden von Moosach, Milbertshofen-Am Hart und Feldmoching-Hasenbergl sowie der Bürgermeister der Gemeinde Unterföhring zu den anstehenden Projekten im neuen Jahr geäußert. Sie verraten in der Jahresvorschau, was die Münchner im Norden alles erwarten dürfen.

Jahresvorschau München-Nord 2021 - Moosach: Neue Grundschule, „Meiller Gärten“ und Kultursaal am St.-Martins-Platz

2021 geht es in Moosach bei einigen Projekten sichtbar vorwärts, kündigt der BA-Vorsitzende Wolfgang Kuhn (SPD) an.

„Die Grundschule an der Emmy-Noether-Straße wird 2021 fertiggestellt“, so Kuhn. Sie werde zunächst durch Umsprengelung von Kindern der Grundschulen an Diesel-, Jenaer und Gertrud-Bäumer-Straße besucht. Auch Kinder aus der Borstei können dort künftig zur Schule gehen, freut sich der BA-Vorsitzende. Das Referat für Bildung und Sport bestätigt gegenüber Hallo: „Die Grundschule soll zum Schuljahresbeginn 2021/22 in Betrieb genommen werden“, sagt Sprecherin Julia Mayer.

Die Grundschule an der Emmy-Noether-Straße in Moosach wird zum Schulbeginn 2021/22 in Betrieb genommen.

Auch das große Bauprojekt an der Untermenzinger Straße, die „Meiller Gärten“, gehen in die Endphase. „Im Dezember haben wir die Bauvoranfrage für das letzte der acht Baufelder im BA behandelt“, berichtet Kuhn. Dabei handele es sich um ein Hochhaus mit 15 Geschossen. Der BA stimmte der Idee einstimmig zu, auch weil dort eventuell ein Standort für ein Bürgerbüro in Moosach möglich werden könnte.

Auf den acht Baufeldern entstehen in 14 Gebäuden rund 600 Mietwohnungen, ein Boardinghaus, Gastronomie, Kitas und zwei öffentlich zugängliche Parks. Damit sind die „Meiller Gärten“ eines der größten privaten Mietwohnungsbauprojekte in München. „Wir freuen uns, wenn die Bauvorhaben abgeschlossen sind“, so Kuhn. Dann könne der beidseitige Radweg-Ausbau an der Untermenzinger Straße beginnen.

Wolfgang Kuhn (SPD), BA-Vorsitzender in Moosach.

Ein anderes wichtiges Projekt nimmt auch weiter Formen an: Der Kultursaal am Moosacher St.-Martins-Platz. „Hier soll der städtebauliche Wettbewerb beginnen“, erklärt Kuhn. Der BA fordere weiterhin, dass das Hacklhaus dabei unverändert bleibe.

Hoffnung darauf macht ein Blick in die Vorlage zur „Stadt­sanierung Moosach“, welche laut Planungsreferat kommenden Mittwoch in der Vollversammlung des Stadtrats behandelt werden soll. Eines der Sanierungsziele sei „der Erhalt und die behutsame Sanierung des Hacklhauses“. Zudem sollen die St.-Martins-Kirche und der Friedhof in den Wettbewerbsumgriff aufgenommen werden. Kuhn hofft auf eine baldige Entscheidung.

Jahresvorschau München-Nord 2021 - Moosach: Parklizenzgebiet Seydlitzplatz sowie Busbahnhof und Wohnungen im M.Quartier

Auch beim Parklizenzgebiet um den Seydlitzplatz könnte es 2021 vorangehen, vermutet der Vorsitzende. Eine Sprecherin des Mobilitätsreferats bestätigt: „Der Beschluss für dieses und sieben weitere Parklizenzgebiete soll im ersten Halbjahr 2021 im Stadtrat behandelt werden.“

Der Bau des neuen Busbahnhofs am Georg-Brauchle-Ring läuft 2021 weiter auf Hochtouren, erklärt SWM-Sprecherin Doris Betzl: „Beim Busbahnhof stehen der Abschluss der Fassadenarbeiten, der Innenausbau der einzelnen Nutzungseinheiten sowie die Inbetrieb- und In-Nutzungsnahme der Flächen des Busbetriebshofs an.“ Die Arbeiten an den Außenanlagen und Verkehrsflächen erfolgt parallel. Der Bahnhof soll in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb genommen werden.

Der Busbahnhof am Georg-Brauchle-Ring soll 2021 in Betrieb gehen, der Bezug der Werkswohnungen ist voraussichtlich für 2022 geplant.

„Beim Werkswohnungsbau wird der Schwerpunkt der Arbeiten 2021 vornehmlich im Ausbau liegen“, so Betzl weiter. Der Bezug für die 118 Werkswohnungen sei für das zweite Quartal 2022 geplant.

Jahresvorschau München-Nord 2021 - Milbertshofen-Am Hart: Verkehr, Seilbahn-Studie und Erweiterung des Gymnasium

Ein Projekt, das Fredy Hummel-Haslauer (SPD) 2020 verärgert hat, ist der Anschluss der Schleißheimer Straße an die Autobahn A99. Die Planungen wurden nämlich vom Stadtrat auf Eis gelegt. Ein katastrophaler Fehler, wie der BA-Vorsitzende in Milbertshofen-Am Hart meint: „Wir stehen bereits jetzt vor einem Verkehrskollaps. Das wird durch diese Entscheidung nicht besser“, so der SPDler.

Fredy Hummel-Haslauer (SPD), BA-Vorsitzender in Milbertshofen-Am Hart.

Auch 2021 wird der Verkehr eines der großen Probleme in Milbertshofen bleiben, meint Hummel-Haslauer. Abhilfe schaffen soll statt des Autobahn-Anschlusses ein Verkehrskonzept für den Münchner Norden. Dazu werde „es im ersten Halbjahr 2021 einen Stadtratsbeschluss geben“, kündigt eine Sprecherin des Mobilitätsreferats (MOR) auf Hallo-Nachfrage an. In dessen Rahmen werde über den Sachstand diverser Themenfelder, wie ÖPNV-Ausbau oder Parkraummanagement, informiert. Der BA-Vorsitzende sieht das Konzept kritisch: „Ich glaube nicht, dass es den A99-Anschluss ersetzen kann.“

Worauf sich Hummel-Haslauer hingegen freut, ist das Ergebnis der Seilbahn-Studie: „Die Idee finde ich klasse. Wenn die Studie positiv ausfällt, hoffe ich auf die Realisierung. In Wuppertal funktioniert das Projekt super, warum also nicht auch hier?“ Lange warten muss er nicht mehr: „Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen vor­aussichtlich im zweiten Quartal 2021 vorliegen“, kündigt die MOR-Sprecherin an.

Ein Thema, das den BA in 2021 auch beschäftigen wird, ist der geplante Ausbau des Gymnasiums München-Nord. Die Schule soll sechszügig erweitert sowie durch einen zweigeschossigen Sporthallenbau ergänzt werden, wie Julia Mayer, Sprecherin des Referats für Bildung und Sport (RBS), Hallo erklärt.

Das Gymnasium München-Nord soll sechszügig ausgebaut werden. Das ist dem BA Milbertshofen-Am Hart jedoch nicht genug.

Dem BA ist das jedoch zu wenig: „Allein durch die BMW-Erweiterung werden viele Familien nach München kommen. Die wollen ihre Kinder nahe ihres Arbeitsplatzes unterbringen. Wir fürchten, dass der sechszügige Ausbau zu wenig ist.“ Man fordere ein Gespräch mit den zuständigen Referaten“, so Hummel-Haslauer. Zeit dafür bleibt noch: „Der Baubeginn ist für 2022 vorgesehen“, erklärt die RBS-Sprecherin.

Jahresvorschau München-Nord 2021 - Feldmoching-Hasenbergl: Bauprojekte, Verkehrsproblem, Schulen und Sportanlagen

Vier große Themen sieht der BA-Vorsitzende Rainer Großmann (CSU) in 2021 für den 24. Stadtbezirk als bedeutend an: Die sechs großen Bauprojekte, die Verkehrsentwicklung, die Sanierung der Schulen und Sportanlagen sowie die Lebensqualität im Bezirk.

Gerade die Bauprojekte werden voranschreiten: „An der Hochmuttinger Straße beginnen die Bauarbeiten“, erklärt Großmann. Hier wird sich dieses Jahr also einiges ändern. Das bestätigt auch Ingo Trömer vom Planungsreferat: „Die ersten Wohnungen sollen 2022 oder 2023 fertiggestellt sein.“ Auch im geplanten Quartier an Rahein- und Ratoldstraße wird es weitergehen: „Hier laufen die Vorarbeiten“, so Großmann. Trömer ergänzt: „Der Bebauungsplan soll im Sommer gebilligt werden.“ Danach erfolge die Öffentlichkeitsbeteiligung.

An der Hochmuttinger Straße in Feldmoching beginnen 2021 die Bauarbeiten.

Auch die Planung der Bauprojekte Lerchenauer Feld, Eggarten-Siedlung und Siedlung Ludwigsfeld werden voranschreiten. Großmann befürchtet durch die vielen Vorhaben ein Verkehrsproblem: „Der Bezirk und seine Anwohnerzahl werden wachsen. Was mir dabei außen vor bleibt, ist ein passendes Verkehrsangebot.“ Allein am Eggarten werden bis zu 6000 neue Menschen wohnen. „Dort fährt bisher eine Buslinie. Da muss mehr getan werden“, fordert der BA-Vorsitzende. Ein Wunschtraum für ihn wäre die Verlängerung der U-Bahnlinie U1. „Das könnte Abhilfe schaffen.“

Auch beim Lerchenauer Feld dürfe die Verkehrserschließung nicht vernachlässigt werden. „Und dann ist da noch die SEM“, ergänzt Großmann kritisch. Hier fordert der BA, in die laufenden vorbereitenden Untersuchungen mit einbezogen zu werden. „Die Lebensqualität in Feldmoching wird unter der SEM leiden“, fürchtet der Vorsitzende. Dass der A99-Anschluss an die Schleißheimer Straße verworfen wurde, ärgere ihn.

Dr. Rainer Großmann (CSU), BA-Vorsitzender in Feldmoching-Hasenbergl.

Auch das Parkplatzproblem im Hasenbergl werde 2021 ein Thema sein: „Hier müssen Stadt und Wohnbaugesellschaften dringend ein Konzept erarbeiten.“

Die laufenden und geplanten Sanierungen mehrerer Schulen und Sportanlagen im Bezirk freuen Großmann. Nach Angaben des Referats für Bildung und Sport laufen etwa die Abbrucharbeiten an der Eduard-Spranger-Mittelschule bereits. Die Sportanlage an der Ebereschenstraße werde im vierten Quartal 2021 fertiggestellt.

Jahresvorschau München-Nord 2021 - Unterföhring: Corona, Bildung, Wohnen, Bauvorhaben und Verkehr

Optimistisch geht Unterföhring in das Jahr 2021. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) erklärt, warum das so ist und was das neue Jahr für die Gemeinde bereithält.

Andreas Kemmelmeyer (PWU), Bürgermeister von Unterföhring.

Corona

„Die Corona-Pandemie hat uns vor allem im Hinblick auf unsere Bauvorhaben ins Schwitzen gebracht. Wir haben das aber sehr gut hinbekommen. Dass zum Beispiel unser neues Gymnasium genau zum Schulstart fertig geworden ist, halte ich für einen großen Erfolg. Verschieben mussten wir leider aus Kostengründen die Realisierung des Sportparks südlich des neuen Schulcampus an der Mitterfeldallee. Die Planung läuft aber weiter. Eine Ersatz-Sportfläche wird es hinter dem neuen Parkhaus an der Dieselstraße neben dem Gymnasium geben, bis der Sportpark verwirklicht werden kann.“

Bildung

„Die neue Grundschule auf dem Schulcampus an der Mitterfeldallee wird im Frühjahr in Betrieb genommen. Die Sanierung des gelben und blauen Kastens, zweier Schulgebäude der alten Grundschule, wird dann auch auf Hochtouren laufen. Während dieser Arbeiten teilen wir die Schüler auf den grauen Kasten der alten und auf die neue Grundschule auf.“

Die Grundschule am Schulcampus an der Mitterfeldallee in Unterföhring soll im Frühjahr in Betrieb genommen werden.

Wohnen

„Das Projekt ‚Junges Wohnen’ in der Isaraustraße wird weiter vorangetrieben. Auch das Wohnungsprojekt am ‚Wehnerhof’ in der Münchner Straße 85, in dem sowohl junge Unterföhringer als auch Senioren leben sollen, nimmt weiter Gestalt an. Wir wollen auch einen Bebauungsplan für weitere Wohnungen am Römerweg fassen.“

Bauvorhaben

„Die Erweiterung unserer Kläranlage, eine solare Trocknungsanlage, wird fertiggestellt. Auch der Umbau des Jugendzentrums FEZI wird abgeschlossen. Am neuen Bauhof in der Birkenhofstraße sowie beim neuen Feuerwehr-Gerätehaus mit Wohnungen für die Einsatzkräfte am Eingang der Gemeinde beginnen wir mit den Arbeiten.“

Verkehr

„Vom interkommunalen ‚Verkehrskonzept Raum München Nord’ erhoffen wir uns eine Verkehrs­ertüchtigung für unser Gewerbegebiet. Bezüglich der SEM Nordost befinden wir uns in Gesprächen mit dem Münchner OB, vor allem im Hinblick auf die Verkehrsentwicklung. Die Ergebnisse der Seilbahn-Machbarkeitsstudie haben sich zwar auf 2021 verschoben, wir stehen aber in gutem Austausch mit der Stadt München und erwarten gespannt die Ergebnisse – gerade im Hinblick auf eine Verlängerung nach Unterföhring.“

Jahresvorschau München-Nord 2021 - Seilbahn-Studie: Variante mit Unterföhring mit höchstem Fahrgastpotenzial

Dafür könnte es gut aussehen: So biete „die Variante von der S-Bahn Fasanerie über Oberwiesenfeld und Studentenstadt zur S-Bahn Unterföhring das höchste Fahrgastpotenzial“, erklärt eine Sprecherin des Mobilitätsreferats auf Hallo-Anfrage. Das Studienergebnis soll im zweiten Quartal 2021 vorliegen.

In der Jahresvorschau 2021 für München-Mitte verrät der BA-Vorsitzende Patric Wolf (CSU), was in Schwabing-Freimann passiert.

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