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Das Potenzial wäre da

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Kommt es oder kommt es nicht? Die Wogen um das geplatzte Projekt „Gymnasium für Unterföhring“ haben sich kaum geglättet, da erhält das Thema schon wieder Auftrieb. Für die Kreis-CSU jedenfalls steht fest, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Schule im Nordosten Münchens gebaut wird.

Unterföhrings Bürgermeister Franz Schwarz indes glaubt nicht daran: Nach wie vor gebe es vom Kultusministerium keine Signale, sagt er.

„Ich bin optimistisch, dass wir das zweite Gymnasium bald haben werden“, betonte der Stellvertretende Landrat Christoph Göbel (CSU) in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses geradezu euphorisch und forderte, dass dem organisatorisch bereits jetzt Rechnung getragen werden müsse. Wie berichtet, hatte in der Kreistagssitzung vom Juli 2012 Ismaning und nicht Unterföhring den Zuschlag für die Errichtung eines weiteren Gymnasiums im nödlichen Landkreis bekommen. Dies allerdings mit einer hauchdünnen Mehrheit: Weil Kreisräte aus den Reihen der SPD und FDP aus privaten und beruflichen Gründen verhindert waren, schlug das Pendel unerwartet zugunsten Ismanings aus. Als Favorit hatte bis dahin die Nachbargemeinde Unterföhring gegolten, die in den Augen der Kreisräte über allerbeste Voraussetzungen für einen Schulbetrieb verfügte. Das unerwartete Abstimmungsergebnis hinterließ einen Scherbenhaufen zwischen den beiden Nachbargemeinden. Unterföhrings Bürgermeister Franz Schwarz (SPD) jedenfalls hält seitdem die Chancen seiner Gemeinde für nahezu aussichtslos. Er sei „Realist“ und glaube niemals daran, dass der Freistaat nach dem Votum für Ismaning ein weiteres Gymnasium in Unterföhring genehmigen werde, meinte er damals frustriert. 

Quasi aus schlechtem Gewissen hatten ihm nach der Entscheidung die Kreisräte den Rücken gestärkt: Man werde alles daran setzen, dass auch Unterföhring eine Schule bekommt, lautete damals der Tenor beinahe gebetsmühlenartig. So auch Göbel, der felsenfest an ein zweites Gymnasium im nordöstlichen Landkreis glaubt. 

Über 1700 Schüler suchen einen Platz

Worauf stützt er seine Annahme? Zum einen auf einen entsprechenden Kreistagsbeschluss, „der weiterhin Bestand hat“, wie er im Gespräch mit HALLO erläutert. Ferner sprächen die Schülerströme dafür: Laut Prognosen sei ein Potenzial von bis zu 1700 Gymnasiasten im Nordosten Münchens vorhanden: „Das sind über 800 pro Schule“ – die Mindestgröße für eine weiterführende Schule. Schließlich sei er zuversichtlich, dass die schulaufsichtliche Genehmigung bald erteilt werde: „Ich weiß, dass das Kultusministerium ein offenes Ohr hat.“ Aus diesem Grund solle auch nicht ein weiterer Zweckverband zwischen dem Landkreis und Ismaning gegründet werden, forderte Göbel im Kreisausschuss. Er plädierte vielmehr dafür, es bei der bestehenden Zweckvereinbarung für den Schulbetrieb zu belassen. Mit diesem Regelwerk werden die Verbindlichkeiten zwischen den jeweiligen Partnern auf eine wesentlich unbürokratischere Weise geregelt als über einen Zweckverband. Die Grünen hingegen warben bereits jetzt für einen Zweckbverband. „Wir müssen als Kreis unsere Interessen wahren können, sonst sind wir nur der Zahlmeister“, monierte Sprecher Christoph Nadler. Auch aus Sicht des Landratsamts ist diese Struktur die bessere Alternative: In einem Zweckverband finde ein „besserer Informationsfluss“ statt, heißt es in einer Einschätzung.

Der Beschluss wurde vorerst vertagt: Entschieden werden soll in der Kreistagssitzung am 17. Dezember, die im Ismaninger Bürgerhaus stattfindet. Dort wird auch eine Stellungnahme von Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG) erwartet. Unterföhrings Bürgermeister indes hat wenig Hoffnung, dass sich bald eine Lösung abzeichnet: „Es würde mich interessieren, aus welchen Quellen Herr Göbel diese ganzen Informationen hat“, schildert Franz Schwarz im Gespräch mit HALLO. „Mir jedenfalls sind sie nicht bekannt.“ Zu Beginn des Jahres will er dennoch einen neuen Vorstoß in Sachen Unterföhringer Gymnasium wagen: „Dann wollen wir beim Kultusministerium vorstellig werden.“ – sal – 

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