Hier sportelt bald die Elite

Am Hart soll bis 2016 ein neues Gymnasium gebaut werden – Olympiastützpunkt erklärt Konzept Am Hart

Der Kaufvertrag für das 30 Hektar große Areal im Münchner Norden ist so gut wie in trockenen Tüchern, die Ausschreibung für den Architektenwettbewerb liegt schon in der Schublade – Zeit also, sich auch über das Konzept für das neue Sportgymnasium an der Ecke Knorrstarße/Rathenaustraße Am Hart Gedanken zu machen. Der Olympiastützpunkt Bayern hat seine Hausaufgaben bereits gemacht – das Ziel ist klar definiert: Im Neubau sollen Schüler zu Spitzensportlern heranwachsen. Geplant ist, im neuen, vierzügigen Gymnasium eine Leistungssportklasse zu integrieren. Diese Schüler brauchen aber einen anderen Stundenplan, erklärt Klaus Sarsky, Vize-Chef des Olympiastützpunkts. Mindestens dreimal in der Woche müsse es beispielsweise problemlos möglich sein, dass die Mädchen und Buben auch vormittags trainieren können. „Unsere Eliteschulen des Sports sind der Unterbau für den Spitzensport“, sagt der Experte. Es gehe also nicht darum, Jugendliche dazu zu bewegen, mehr Sport zu treiben, sondern um Nachwuchs-Leistungssport. „Wir wollen die Jugendlichen in Bundeskader bringen – und dann zu Weltmeisterschaften und zu Olympia führen.“ Bislang gibt es in Bayern vier Eliteschulen für den Sport: Für Wintersportarten bieten sich Berchtesgaden und Oberstdorf an. Sommersportler kommen demnächst in Nürnberg und eben auch in München unter – hier soll der Schulbetrieb 2016 starten. Bis dahin können sich Sportverbände bewerben – welche Sportarten am neuen Gymnasium beheimatet sein werden, ist noch völlig offen. Klaus Sarsky rechnet aber damit, dass Judo, Shorttrack, Volleyball und Hockey auf jeden Fall vertreten sein werden. Bei der Auswahl lege der Stützpunkt viel Wert darauf, dass die Infrastruktur der Sportart passt: „Für Judo etwa gibt es einen Bundesstützpunkt in Großhadern. Somit können Judoka in München optimal gefördert werden.“ Fechten hingegen wäre nicht so populär, meint der Vize-Chef. Dies bedeute dann in der Praxis, dass kaum Trainingspartner zur Verfügung stehen würden – und das wiederum erschwere es, Jugendliche zu richtig guten Sportlern auszubilden. Was passiere, wenn man nicht streng genug bei der Auswahl der Sportarten sei, sehe man am Isar-Gymnasium, der bisherigen Sporteliteschule. Hier gebe es keinen Jugendlichen, der für einen Bundeskader in Frage käme. „Wir hatten immer wieder Probleme mit der Schulleitung. Wir denken, dass nicht genug auf Qualität geachtet wurde“, sagt der Experte. Sobald das neue Gymnasium stehe, werde das Isar-Gymnasium daher auch seinen Elite-Status verlieren. „Wir wollen lieber Klasse statt Masse“, erklärt Klaus Sarsky. Bis sich aber Deutschlands Elite in München versammeln kann, müssen noch ein paar Weichen gestellt werden. Derzeit verhandelt die Stadt mit der Bundesanstalt für Immobilien, der das Grundstück gehört – hier standen einst Teile der Kronprinz-Rupprecht-Kaserne. Bis Mitte 2012 soll der Kauf über die Bühne gehen – dann muss das Gelände auf Altlasten untersucht werden. Zeit, die die Sportverbände nutzen können: „Ist das Konzept vielversprechend, werden wir die Sportart am Gymnasium aufnehmen“, sagt Klaus Sarsky. Tanja Bitterer

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