Hier sollte es bei Ihnen klingeln!

Angebote per Telefon: Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht

Hasenbergl Als bei Josef Eggert vor einem Jahr das Telefon klingelte, ahnte er nicht, wie teuer ihn dieser Anruf zu stehen kommen würde. „Wollen Sie billiger telefonieren“, fragte eine Frauenstimme den Rentner aus dem Hasenbergl. „Ja, wer will denn das nicht?!“, sagte der 80-Jährige – und nahm das Angebot an. Jetzt wird ihm monatlich – zusätzlich zu seinen Telekom-Gebühren – von einer Fremdfirma Geld abgebucht. 300 Euro seien schon zusammengekommen, klagt der Rentner. Kein Einzelfall: „Wir haben immer wieder solche Beschwerden“, sagt Barbara Steinhöfel vom Verbraucherschutz. Leute würden von Firmen daheim angerufen, mit Freiminuten und ähnlichen Lock-Angeboten geködert – viele willigten dann in einen Vertrag ein, ohne es wirklich zu merken. Derartige Anrufe seien zwar „unseriös“, so die Verbraucherschützerin, hätten aber rein rechtlich Bestand. Wie die Anrufer an Kundendaten, im Fall von Josef Eggert sogar an Bankverbindung und Kontonummer kommen? Die Juristin Petra von Rhein von der Münchner Verbraucherzentrale in der Mozartstraße weist hier auf Datenlücken hin – jüngst sind bei der Telekom Millionen von Kundendaten entwendet worden. „Dafür gibt es einen richtigen Markt“, berichtet die Verbraucherschützerin. Sie warnt vor mündlichen Zusagen jeder Art am Telefon. Rheins Tipp: „Wenn’s läutet und eine unbekannte Firma dran ist, dann sollten die Alarmglocken angehen.“ see/das So verhalte ich mich richtig - Generell gilt: Keine Verträge am Telefon abschließen. Wem es doch passiert: Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage. Auch auf das Zusenden von Info-Material sollte man verzichten. - Unangeforderte Anrufe sind unlauterer Wettbewerb. Meist rufen Anbieter mit unterdrückter Nummer an – sieht man die Nummer des Anrufers jedoch auf dem Display: Notieren und der Bundesnetzagentur (0228/140) mitteilen. Die kappt dann die Leitungen, so dass die Anbieter künftig nicht mehr anrufen können. - Selbstbewusst auftreten und sich zu nichts überreden lassen. „Niemand darf unaufgefordert anrufen und Angebote machen“, sagen Verbraucherschützer – das sei unlauterer Wettbewerb. - Wer Probleme mit Anbietern hat, dem hilft die Münchner Verbraucherzentrale (www.verbraucherzentrale-bayern.de) weiter. Wenn die Lotterie anruft... ...auflegen! Viele Beschwerden gehen in der Münchner Verbraucherzentrale über nervende Lotterie-Anrufe ein. „Die Leute werden bequatscht und schließen dann irgendwelche Verträge ab“, meint Petra von Rhein. Aus Call-Centern versprächen die vermeintlichen Glücksbringer meistens das Blaue vom Himmel – dann die Ernüchterung, wenn man zahlen muss. Wie Lotterien überhaupt an Nummern von potentiellen Kunden kommen? „Auch da gibt es offenbar Datenlücken“, vermutet von Rhein. Dass der aus dem Fernsehen bekannte Moderator Günther Jauch für eine Lotterie wirbt, findet von Rhein „bis heute unverständlich“. Die Juristin stellt klar: Auch Lotterien dürfen nicht einfach anrufen. Wenn der Computer anruft... ...auflegen! Seit geraumer Zeit häufen sich Fälle, in denen gar kein menschliches Pendant am Apparat ist, sondern ein Computer bei Bürgern anruft. „Dann berichtet eine Computerstimme, man habe gewonnen“, so Petra von Rhein. Natürlich hat der Angerufene meist an keiner Verlosung teilgenommen und schon gar nichts gewonnen. Ziel der Masche sei es, den interessierten Bürger möglichst lange am Telefon zu halten – denn hier geht es um Telefonkosten. Der Verbraucherschutz rät: In keinem Fall eine angegebene, teure Nummer zurückrufen, sondern gleich wieder auflegen. „Computerstimmen sind ja meist offensichtlich“, so von Rhein, „so lässt sich leicht erkennen, dass es sich um einen unseriösen Anruf handelt.“

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