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Student der HFF München bei Studenten-Oscars in Los Angeles nominiert ‒ Film behandelt ein heikles Thema

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Plakat des Films Eigenheim, der für den Studenten-Oscar nominiert ist. Ein Ehepaar läuft auf einer Wiese mit dem Rücken unter herabstürzenden Häusern Richtung Horizont.
Welf Reinhart, Jung-Regisseur der HFF München, ist mit seinem Film „Eigenheim“ (englischer Titel: „Rooms“) für einen Student Academy Award in der Kategorie „Narrative“ nominiert. © Merki & Reinhart Film

Welf Reinhart, Student an der Hochschule für Fernsehen und Film München, wird mit einem Nachwuchs-Oscar ausgezeichnet. Die Story des Kurzfilms soll Zeichen setzen.

Werner und Monika Baland führen eine glückliche Ehe in ihrer Wohnung. Bis ein junges Paar bei ihnen klingelt – und erklärt, dass sie dem Ehepaar als Nachkommen des verstorbenen Eigentümers den Mietvertrag aus Eigenbedarf kündigen werden. Für die Balands beginnt mit der Suche nach einem neuen Zuhause ein Existenzkampf.

Nahaufname von Welf Reinhart, dem Nominierten bei den Studenten-Oscars in Los Angeles.
„Adäquates Wohnen ist ein Menschenrecht“, sagt Welf Reinhart. Der Regisseur ist für einen der begehrten Student Academy Awards nominiert. © Sebastian Schiefner

Von diesem Schicksal handelt der Kurzfilm „Eigenheim“ von Regisseur Welf Reinhart, der dafür am Donnerstag, 20. Oktober, einen von drei Student Academy Awards in der Kategorie „Narrative“ erhält.

HFF-Student aus München bei den Studenten-Oscars: Film mit Statement gegen Wohnungsnot

„Der Film soll ein Statement abgeben: Es besteht ein akuter Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Deutschland“, sagt der Milbertshofener, der an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) studiert. Genau handele es sich um knapp 1,9 Millionen Wohnungen. Zudem seien Zwangsräumungen ein immer größeres Problem.

„Pro Jahr gibt es 60 000 in Deutschland. Ein Fünftel davon geht auf Eigenbedarfskündigungen zurück, Tendenz steigend“, erklärt der 27-jährige. „Das Problem daran ist auch, dass die Sozialämter erst eingeschaltet werden, wenn geräumt wird. Von der Kündigung kriegen sie nichts mit.“

Recherche zu Oscar-Film über Wohnungsmarkt: Ältere Menschen leiden besonders

Bei seinen Recherchen durften er und sein Team eine Gerichtsvollzieherin bei drei Zwangsräumungen begleiten. „Zwei dieser Fälle waren bei älteren Menschen. Deswegen haben wir auch ein Ehepaar im Rentenalter gewählt. Sie haben es noch einmal schwerer, auf dem Wohnungsmarkt etwas zu finden, sich mit der Bürokratie auseinanderzusetzen“, sagt der Student.

Gedreht wurde unter anderem im Hasenbergl, am Olympia-­Einkaufszentrum, in der Studentenstadt, auf der Panzerwiese und in Sendling. „Wir durften auch in Räumen des Sozialreferats ein Beratungsgespräch filmen“, ergänzt Reinhart.

Wo gibt es „Eigenheim“ in Deutschland zu sehen?

Dass sein Film einen Student Academy Award erhält, freut den Regisseur. „Es zeigt, dass das Thema international wichtig ist. Adäquates Wohnen ist ein Menschenrecht“, betont Reinhart. Dass die Bundesregierung jährlich 400 000 neue bezahlbare Wohnungen schaffen möchte, findet er auch gut.

„Es ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Ob es ihm wichtig ist, den Award in Gold, Silber oder Bronze zu bekommen? „Das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich bin nur demütig, dass wir uns gegen 2000 Filme durchsetzen konnten“, sagt Reinhart.

Zu sehen ist „Eigenheim“ bereits: In der BR-Mediathek kann der 24 Minuten dauernde Kurzfilm abgespielt werden.

Nachwuchs-Oscars

Die Student Academy Awards werden seit 1972 an Filmstudierende weltweit übergeben. Am 20. Oktober werden im David Geffen Theatre in Los Angeles zehn Filme in vier Kategorien ausgezeichnet.

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