Harthof

Problem-Park

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HARTHOF Harthofer über Untätigkeit der Stadt verärgert: Drogen, Lärm und Dreck sollen verschwinden

Die Nerven liegen blank bei Reinhold T. und seinen Nachbarn. Seit Jahren kämpfen sie an verschiedenen Stellen darum, dass sich im Park an der Weyprecht-/ Ecke Parlerstraße etwas tut. Das Problem dort: Tag und Nacht sitzen bis zu 30 Wohnungsflüchter mit einigen Hunden auf den Bänken (gr. Foto). „Sie schreien rum, saufen, machen Lärm und pöbeln“, sagt Herbert W., Marktleiter des an den Park angrenzenden Supermarktes. Den Anwohnern rauben sie den Schlaf. Jüngst haben die ihrem Ärger im Bezirksausschuss Luft gemacht, wollten mit einem Antrag erreichen, dass die Bänke auf der Grünfläche abmontiert werden. Rund 25 Unterschriften hatten sie dafür gesammelt. Ohne Erfolg. Ihre Bitte wurde abgelehnt. Aufgeben wollen die Harthofer aber noch nicht.

Sind enttäuscht von der Ablehnung im BA: (v.l.) Renate H., Herbert W., Anita H. und Reinhold T.

Sie leben an einem Brennpunkt – da sind sich die Betroffenen einig. Doch Lärm, Unruhe und Alkoholmissbrauch sind nicht die einzigen Probleme. Die sogenannten Wohnungsflüchter leben zwar in der Umgebung, verbringen ihre Zeit aber lieber in dem Park. Und das bringt Unannehmlichkeiten mit sich: „Die scheißen uns an den Zaun hin“, schimpft Reinhold T. „Einfach widerlich!“ Und für ihn sei das besonders schlimm, da das Gebüsch, das als Toilette dient, direkt an seinen Garten grenze. Für T. unhaltbar. All seinen Ärger brachte der Anwohner in der vergangenen BA-Sitzung vor. Dennoch entschied das Gremium gegen die Demontage der Bänke: „Der Antrag ist ein ‚St.Florians-Antrag’“, betont BA-Chef Fredy Hummel-Haslauer auf Hallo-Anfrage. „Er würde, falls er Zustimmung fände, den Antragsteller entlasten, dafür aber andere belasten, da das Problem nur örtlich verlagert aber nicht gelöst werden würde.“ Deshalb die Ablehnung. „Der BA hat aber zugleich gefordert, dass Streetworker dort eingesetzt werden sollen, um auf das Verhalten der Menschen, das die Ursache des Problems darstellt, entsprechend einzuwirken.“

Bereits seit Ende August 2014 kommen zwei Streetworkerinnen regelmäßig in den Park. Sie versuchen, das Zusammenleben von Wohnungsflüchtern und Anwohnern zu verbessern, erklärt Franz Herzog, zuständig für das Streetwork der Teestube „komm”. Er kann den Ärger der Harthofer durchaus verstehen, glaubt aber nicht, dass die Demontage der Bänke eine langfristige Lösung wäre. Er hat einen anderen Ansatz: „Die Streetworker wollen den Parknutzern deutlich machen, dass sie den Platz nur nutzen können, wenn sie die Bereitschaft entwickeln, sich selbst zu regulieren und auf Anwohner und Passanten Rücksicht zu nehmen“, sagt Herzog. „Aber das geht nirgends von heut auf morgen. Doch andere Beispiele in München zeigen, dass es funktionieren kann.“

Noch länger warten? Das wollen die Betroffenen im Harthof nicht. „Als nächstes werden wir Bürgermeister Josef Schmid oder Oberbürgermeister Dieter Reiter informieren“, sagt T. Maren Dopp

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