Freimanner Feier-Tempel in der Kritik

Anwohner beklagen Dreck und Lärm rund um die Lilienthalallee – BA will runden Tisch veranstalten

Freimann Dreck, Lärm und Klingelstreiche mitten in der Nacht: Für die Anwohner am Harnierplatz ist Nachtruhe vor allem am Wochenende ein Fremdwort. „Zwischen vier und fünf Uhr nachts sitzt oft das ganze Viertel aufrecht im Bett“, berichtet Gunhilde Peter aus dem BA Schwabing-Freimann. Grund: Die Konzerthalle Zenith und die Parties im Kesselhaus, beide an der Lilienthalallee gelegen. Besonders schlimm sei es in der Zeit ab 22.30 Uhr, wenn in beiden Hallen am selben Abend eine Veranstaltung ist: „Dann mischen sich die oft schon angetrunkenen Leute, die aus der U-Bahn zum Kesselhaus gehen mit den Besuchern, die aus der Gegenrichtung von den Konzerten aus dem Zenith kommen“, erklärt Gunhilde Peter. Problem: Der Weg von der U-Bahn zur Lilienthalallee führt mitten durch ein Wohngebiet entlang der Georg-Wopfner-Straße, dem Harnierplatz und dem Frankplatz. Da die Parkplätze auf dem Veranstaltungsgelände kostenpflichtig sind, parken auch viele Besucher rund um den Harnierplatz und nutzen ihn zum „Vorglühen“. Die Folge sind Berge von Flaschen nach den Veranstaltungen. Zusätzliches Ärgernis: „Die Leute klingeln einfach bei uns“, sagt Anwohner Robert Weber, sein Nachbar Erwin Fichtel ergänzt: „Ein Riesen-Problem ist aber auch, dass die Leute in unseren Anlagen ihre Notdurft verrichten – und nicht nur Flüssiges.“ Am U-Bahnhof Freimann gibt es keine öffentliche Toilette. „Wie schmutzig es hier ist, das ist doch im ganzen Münchner Norden bekannt“, sagt Fichtel. Und die Abstände zwischen den Veranstaltungen seien immer kürzer geworden, sagen die Anwohner. „Das ist schon alles ganz schön extrem geworden die letzten Jahre“, findet Anwohnerin Almuth Richter. Denn auch während den Veranstaltungen finden die Freimanner keine Ruhe: Aus dem Kesselhaus dringen bei den „Rave-Parties“ die Bässe in die umliegenden Wohnstraßen: „Das Gebäude war doch ursprünglich gar nicht für Musik-Lärm vorgesehen“, kritisiert Gunhilde Peter, „das ist nicht richtig gedämmt.“ Hinzu kommen noch wilde Plakatierer im Viertel. „Das summiert sich alles, die Leute werden hier immer grantiger“, sagt Peter, „wir sind doch eigentlich ein reines Wohnviertel!“ Doch Hilfe naht: Der BA hat sich schon länger dem Thema angenommen – und das parteiübergreifend. Im Januar soll jetzt ein runder Tisch im Kesselhaus stattfinden, unter anderem mit der Polizei, Anwohnern und Vertretern der Lokalbaukommission. Gunhilde Peter hofft, dass man dann zu einem Kompromiss findet, in dem Auflagen für den Betrieb an der Lilienthalallee enthalten sind. „Als Lösungsmöglichkeit sehe ich, dass künftig wenigstens nur noch eine Veranstaltung pro Abend zugelassen wird“, hofft sie. So könnten die Freimanner wieder häufiger eine Wochenendnacht durchschlafen. Felix Müller

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