Planänderung beim Turnerschaft-Vorhaben?

Sind die Jahn-Pläne in Gefahr?

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Die Fläche rund um das Wirtshaus „Sakrisch Guat“ müsse von Bebauung freigehalten werden, so einige besorgte Bürger.

Freimann - Die Turnerschaft Jahn hat viel vor: Sie möchte Flächen in Freimann für den Wohnungsbau verkaufen und mit dem Erlös eine Sporthalle bauen - Doch: Bürger fordern jetzt eine Planänderung

Eine neue Sporthalle samt Fitnessbereich in Freimann, dazu eine Dreifachsporthalle in Bogenhausen und die Sanierung der weiteren dortigen Anlagen: Die Turnerschaft Jahn hat viel vor. Um die Projekte realisieren zu können, wird der Verein rund 30 000 Quadratmeter seiner Freimanner Fläche an die Bayerische Hausbau verkaufen. So können am Garchinger Mühlbach insgesamt 275 neue Wohnungen entstehen. Im Mai hatten die Vereinsmitglieder dem zugestimmt (Hallo berichtete) und auch der Planungsausschuss im Stadtrat hat die Weichen bereits gestellt.

Tilman Steiner, Brigitte Fingerle-Trischler und Walter Hofstetter setzen sich für den Erhalt der grünen Fläche rund um das Wirtshaus „Sakrisch Guat“ ein.

Bei der Bürgerversammlung kam jedoch Kritik an den Plänen auf. Es ging vor allem um die Situierung der Bauten. „Der Wohnungsbau sollte sich auf den jetzigen Golfplatz beschränken“, forderte Tilman Steiner, selbst Vereinsmitglied ist. Die Fläche rund um das Wirtshaus „Sakrisch Guat“ müsse dagegen von Bebauung freigehalten werden. „Es ist ein grünes Idyll mit alten Bäumen, seltenen Vögeln und einem Kinderspielplatz. Das muss man schützen“, so Steiner. Auch die Kleingärten in der Umgebung müssten erhalten bleiben, findet er.

Welche weiteren Anträge in der Bürgerversammlung besprochen wurden, lesen Sie hier.

Steiner schlägt vor, dass die 55 neuen Wohnungen, die auf Jahn-Gelände entstehen sollen, im Süden direkt an die von der Bayerischen Hausbau geplanten Wohnungen zwischen Floriansmühlstraße und Emmerigweg anschließen. Eigentlich wäre der Platz für die neue Jahn-Sporthalle vorgesehen. „Aber die sollte man besser im Norden neben dem Supermarkt bauen“, erklärt Walter Hofstetter, der ebenfalls einen entsprechenden Antrag stellte. Beide Anträge wurden bei der Versammlung angenommen – mit einer knappen Mehrheit von zwei Stimmen.

Die Turnerschaft Jahn möchte an den Plänen festhalten. „Bei der Mitgliederversammlung hat eine Dreiviertel-Mehrheit dafür gestimmt“, sagt der Vize-Vorsitzende Werner Gawlik. „Wir werden nichts ändern.“ Zum einen sei eine Sanierung oder ein Neubau der Gaststätte „Sakrisch Guat“ teuer. Zum anderen hätte eine Hallenanordnung im Süden den Vorteil, dass diese besser an den geplanten Sportpark an der Floriansmühle angeschlossen sei. Bei einer Wohnbebauung gäbe es hier zudem Probleme mit einer Starkstromleitung. „Und das Grundstück im Norden gehört uns gar nicht, sondern der Bayerischen Hausbau“, erklärt Gawlik. „Um dort eine Halle zu bauen, müssten wir es erst kaufen oder tauschen.“

C. Schuri

Finanzierung der Projekte

Sorgen, dass die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf nicht für alle Bauvorhaben reichen, macht sich Dietmar Wettstein. Er forderte eine Selbstverpflichtungserklärung der Turnerschaft Jahn, dass sie die Halle in Freimann auch wirklich bauen wird. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verein zuerst die Projekte in Bogenhausen und dann noch eine Sporthalle in Freimann stemmen kann“, erklärte er. Wettstein befürchtet deshalb, dass die Freimanner Halle trotz der Erlöse durch den Flächenverkauf nicht finanziert werden kann.

Laut Werner Gawlik von der Turnerschaft kosten die Halle in Bogenhausen, die Renovierungen dort und die Halle in Freimann rund 45 Millionen Euro. „Jedes Projekt kostet in etwa ein Drittel“, sagt er. Gawlik ist sich sicher, alle Vorhaben realisieren zu können. „Durch den Verkaufserlös können wir 50 Prozent aus Eigenmitteln finanzieren“, erklärt er. Der Rest soll aus Zuschüssen von der Stadt und dem Freistaat kommen. „Es bestehen schon mündliche Übereinkünfte“, so Gawlik.

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