Eine Gebetsstätte für vier Religionen

Seniorenwohnen am Kieferngarten: Ein Raum der Verständigung

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Philip Egbune ist der Initiator des interreligiösen Raums der Stille.

Freimann - Es ist ein ungewöhnliches Projekt: Ein interreligiöser Raum der Stille - Hallo hat mit dem Initiator der Projekts gesprochen

Vier Religionen – eine Gebetsstätte: Dieses ungewöhnliche Projekt gibt es jetzt im Seniorenwohnen am Kieferngarten. Dort teilen sich orthodoxe Christen, Juden, Muslime und Buddhisten einen interreligiösen Raum der Stille. „Wir wollen, dass die Leute hier zusammenkommen“, erklärt Philip Egbune, der in der Einrichtung ein Projekt zur interkulturellen Öffnung der Pflege leitet. 

Um zu garantieren, dass die Atmosphäre völlig frei von Symbolen ist, fiel die Wahl auf Fenster in Bienenwaben-Form und bunte Farben.

Damit die Verständigung funktioniert, haben sich die Organisatoren Unterstützung von Vertretern der beteiligten Religionsgemeinschaften und von einer Ethnologin geholt. „Wichtig war, dass der Raum absolut symbolneutral ist“, erklärt Egbune. „Darum haben wir uns zum Beispiel für bunte Fenster in Bienenwaben-Form entschieden.“ Der Raum ist von Licht durchflutet und erinnert an eine Laterne. Herzstück sind vier verschieden große Säulen, deren Glas Senioren gemeinsam mit Kindern aus einem Hort und aus der Bayernkaserne gestaltet haben. „Sie können auch zu einem Rednerpult und einem Altar umgestaltet werden“, sagt Egbune. An der Decke zeigt eine Lampe die Himmelsrichtungen an. Ansonsten können sich die Gläubigen ihre Gebetsstätte selbst einrichten. 

Für jede Religionsgemeinschaft liegen Utensilien bereit. Es gibt zum Beispiel eine Bibel, eine Tora, einen Koran, Klangschalen, Gebetsteppiche, Gebetskleider und vieles mehr. Hinter einem Vorhang ist ein kleiner buddhistischer Altar versteckt, eine abnehmbare Wand ermöglicht eine Teilung zur Geschlechtertrennung. Der Raum kann von den500 Bewohnern und 235 Mitarbeitern des Seniorenwohnens genutzt werden, soll aber auch ins religiöse Viertelleben integriert werden. „Wir öffnen uns dazu gerne“, sagt Egbune. cla

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