Freimanns neue Erziehungsberatungsstelle bietet Hilfe für Kinder und Eltern

Irgendwann ist jeder ratlos

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Die Tür der Beratungsstelle in der Karl-Köglsbergerstraße steht für Kinder, Jugendliche und Eltern offen, auch anonym.

Freimann – Von kurzfristigen Erziehungsfragen zu Trotz- und Pubertätsphasen, hin zu schweren, langjährigen Familienproblemen: In Freimanns neuer Beratungsstelle bekommen Eltern und Kinder Hilfe

„Papa und Mama haben sich getrennt“, „Wie viel Handy darf meine achtjährige Tochter?“, „Meine Mutter trinkt“, „Unser 15-Jähriger wird in der Schule verprügelt“.Diplom Psychologe Robert Posselt kennt die Fragen, Sorgen und Nöte von Kindern und Eltern. Es gehe um kurzfristige Erziehungsfragen zu Trotz- oder Pubertätsphasen, bis hin zu schweren, komplexen und langjährigen Familienproblemen: „Jeder hat irgendwann Schwierigkeiten und was ist schon das Richtige? Das weiß man unter Umständen zunächst nicht und ist überfordert“.

Der psychologische Verhaltenstherapeut und drei Kollegen arbeiten in der neuen Städtischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in der Karl-Köglsperger-Straße an Lösungen der jeweiligen Probleme: „Wir haben ein sehr niedrigschwelliges Angebot, auch anonym und wir unterliegen der Schweigepflicht ohne große Anmeldeprozedur“. Zur Anmeldung müsse man nur kurz das Problem schildern und die aktuelle Lebenssituation.

Der stark erhöhte Bedarf einer eigenen Anlaufstelle in Freimann, habe sich aus der intensiven Flüchtlingsarbeit ergeben. Neben den Wohngebieten mit gut situierten Verhältnissen und „normalen“ Familienproblemen, ist der Migrationsanteil durch die Flüchtlingseinrichtungen in der Bayer- und Funkkaserne hoch: „Die Zahl von Familien in prekären Situationen ist stark angestiegen. Das problematische Wohnumfeld, Sprachschwierigkeiten, Traumata, kulturelle Unterschiede in Erziehungsfragen, da unterstützen wir“.

Die Arbeit des Teams sei ergebnisoffen, lediglich Entscheidungen müssen Eltern mitmachen wollen: „Wenn aber der Kinderschutz gefährdet ist, etwa bei Missbrauch, gibt es klare Ansagen“, stellt der Psychologe fest.

Bevor Eltern den Weg in die Beratung suchen, weiß Robert Posselt den wichtigsten Rat: „Beim Kind nachfragen, es ernst nehmen, ihm das Gefühl geben, dass seine Empfindungen richtig sind.“ Nach diesem ersten Schritt empfiehlt Posselt: „Eltern sollten überlegen, was sie selbst tun und ob sie mit jemanden sprechen können, der eine zentrale Rolle spielt, wie beispielsweise eine Lehrerin, oder eben uns“.

Manuela Praxl-Langer

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